Wedding Klezmer: unplugged und traditionell

Reinickendorf/Bezirk – Am 13. Oktober werden sich in der Residenzstraße anlässlich des Musikfestivals „Klangstraße“ Geschäfte und gastronomische Einrichtungen in kleine Konzertbühnen verwandeln – dabei sind wahrscheinlich ein Blumenladen, ein Hähnchengrill, ein Bestattungsunternehmen und viele mehr. Bereits zum dritten Mal stellen Kirschendieb und Perlensucher Kulturprojekte diese besondere Veranstaltung auf die Beine. Als Medienpartner des Festivals wird die RAZ in den nächsten Ausgaben Bands und Musiker vorstellen, die an der „Klangstraße“ mitwirken. Dieses Mal: Wedding Klezmer.

Stellen Sie sich kurz vor?
Wedding Klezmer ist eine Band, die Klezmer (traditionelle jüdische Musik aus Osteuropa), aber auch Musik vom Balkan und aus Griechenland spielt.

Seit wann machen Sie gemeinsam Musik?
1999 haben sich die Bandmitglieder im Wedding bei einem Workshop des Trompeters und Komponisten Paul Brody kennengelernt und spielen seitdem in fast unveränderter Besetzung zusammen. Uns verbindet die gemeinsame Begeisterung für traditionellen „Klezmer“. Griechische und Balkanmusik sind mit der Zeit dazugekommen.

Wie arbeiten Sie?
Wir arrangieren unsere Stücke selbst. Als Vorlage dienen alte und aktuelle Aufnahmen von anderen Bands.  „Klezmer“ bezeichnet sowohl den Musiker als auch die Musikrichtung. Wir spielen „unplugged“ und eher traditionell. Wir lieben das Melancholische, Sentimentale und das Aufgekratzte und Ausgelassene dieser Musik. Wir graben immer wieder neue Stücke aus, die wir uns erarbeiten und bei Freunden, Festen und in eigenen Konzerten aufführen.

Wie sind Sie auf das Musikfestival „Klangstraße“ aufmerksam geworden?
Auf die Klangstrasse sind wir 2014 über ein Plakat in einem Buchladen aufmerksam geworden und haben erstmalig teilgenommen.

Was macht das Festival besonders?
Wir haben in einem winzigen Abgeordnetenbüro vor begeistertem Publikum und in einem türkisch-arabischem Restaurant mit offener Atmosphäre gespielt. Die Residenzstraße in viele kleine Aufführungsorte aufzuschließen, hat uns gut gefallen. Wir würden auch gerne mal in einem Blumenladen oder  direkt am Schäfersee spielen (aber nur bei schönem Wetter!).

Sind Reinickendorfer ein dankbares Publikum?
Unsere Musik braucht keinen konzentrierten Konzertbesucher, sondern Menschen, die sich einem etwas ungewöhnlichen Stil öffnen können und von den Schwingungen dieser Musik berühren lassen.  Das ist 2014 in der Residenzstraße passiert, und deshalb kommen wir 2017 gerne wieder und sind auf neue Orte und ein neues Publikum gespannt.

Wird die Residenzstraße unterschätzt?
Ich würde sagen: „Kirschendieb und Perlensucher“ entlocken der Residenzstraße mit dem Musikfestival „Klangstraße“ ihre kulturelle, klangvolle Seite.

Vielen Dank für das Gespräch.
Interview Immanuel Ayx

Letzte Änderung am Dienstag, 06 Juni 2017 16:48

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