Spielen macht Spaß – und schlau

Die Auswahl ist groß und die Freude bei den Kindern auch. Die Auswahl ist groß und die Freude bei den Kindern auch. Foto: mfk

Waidmannslust – „Spielen und Lernen sind keine Gegensätze! Darum sind gute Spiele eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebots. Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel“, formuliert es Prof. Dr. Manfred Spitzer vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) in Ulm.

Auf dieser Grundlage wurde die Initiative „Spielen macht Schule“, die von den 16 Kultusministerien unterstützt wird, in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgeschrieben. Schulen konnten ein individuelles Konzept einreichen, und wer die Jury damit überzeugte, erhielt als Prämie ein komplettes Spielezimmer. Unter den Gewinnern in Berlin ist auch die Filiale der Münchhausen-Grundschule am Place Molière 1 in Waidmannslust. Hier werden die Kinder der Schulanfangsphase unterrichtet. Das heißt, dass die Kinder der 1. und 2. Jahrgangsstufe gemeinsam die Schulbank drücken.

Die Spiele im Wert von rund 1.000 Euro sind von den Mitgliedsunternehmen des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie zur Verfügung gestellt worden. Schön gestapelt stehen die bunt bedruckten Spielekartons nun im Regal der gemütlichen Ecke eines Klassenraumes. Auf dem Tisch ist eine Playmobil-Ritterburg aufgebaut, die ebenfalls zu den gewonnen Spielen gehört. „Mir gefällt es, wenn wir als Team zusammen etwas spielen“, sagt Jonas, „oder miteinander die Burg aufbauen“. Das mache einfach Spaß. Auch Lana und Amy mögen es sehr, wenn das Spielen Spaß macht und es nicht darum geht, dass einer gewinnt.

Die Lehrerin Regina Herzog-Wecker, die ihr Konzept eingereicht hatte und die Jury damit überzeugte, ist auch verantwortlich für das Spielezimmer. Als Montessori-Pädagogin und Sprachlernkoordinatorin an der Filiale der Münchhausen-Grundschule setzt sie das Spielen gerne im praktischen Unterricht ein, weil die Kinder besser lernen, wenn „Herz, Kopf und Hand“, beteiligt sind, wie sie es ausdrückt. „Im Moment haben wir das Thema Märchen, da werde ich das Spiel ‚Der magische Zwergenwald’ einführen“.

Auch für den Sprachförderunterricht sind die Spiele eine willkommene Ergänzung. Dabei erweitern die Kinder ganz spielerisch ihre Alltagssprache und lernen eine Spielanleitung umzusetzen.

In der Filiale können alle Klassen die Spiele für ihren eigenen Unterricht ausleihen. Auch der filialeigenen Schulstation stehen sie nach Absprache zu Verfügung. Ein Ausleihsystem übers Wochenende hat Herzog-Wecker neu eingeführt, damit die Mädchen und Jungen die Spiele auch gemeinsam mit ihren Familien zu Hause ausprobieren können.

Spielen macht nämlich richtig schlau. Das hat die moderne Hirnforschung herausgefunden. Vor allem „aktive Erfahrungen mit haptischen und visuellen Reizen“ sind sehr viel förderlicher, als wenn Kinder passiv etwas im Fernsehen sehen.

Es ist demnach nicht nur ein gutes Gefühl, sondern die Kinder lernen auch ganz viel, wenn sie eine bunt bemalte Holzspielfigur mit fein geschliffenen Kanten in der Hand halten und mit „tock tock“-Geräuschen über das Spielfeld bewegen. Das Schlusswort hat ein dunkel gelockter Junge: „Ich mag auch Spiele, bei denen einer gewinnt“, verrät Josef mit einem verschmitzten Lächeln. mfk

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Januar 2017 13:05

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Erfolg beim Schülerwettbewerb

Reinickendorf – Die Georg-Schlesinger-Schule kann sich über einen Erfolg beim Schülerwettbewerb Gebäudetechnik freuen. Schüler des Leistungskurs Umwelttechnik konnten mit ihrem Unterrichtsprojekt, bei dem sie den energetischen Zustand ihrer Schule untersuchten und Maßnahmen zum Sparen von Energie aufzeigten, die Jury überzeugen und sich das Preisgeld von 1.000 Euro sichern. Der Großteil des Preisgeldes fließt in ein Folgeprojekt an der Schule, bei dem weitere Energiesparmaßnahmen mit einem Smart Home System realisiert werden sollen.