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Die Projektverantwortlichen Sandra Haase (l.) und Anna Weber (r.) sowie die beiden Patinnen Gabriela Lucas (2.v.l) und Sigrid Botto (3.v.l.). Die Projektverantwortlichen Sandra Haase (l.) und Anna Weber (r.) sowie die beiden Patinnen Gabriela Lucas (2.v.l) und Sigrid Botto (3.v.l.). Foto: mfk

Wittenau/Hermsdorf – „Ich bin ein bisschen die Ersatz-Oma“, verrät Sigrid Botto, eine lebhafte Rentnerin mit Lachfältchen, die es sich mit „Ihrer“ Familie am monatlichen Familienfrühstück des Elisabethstifts im Familientreff Wittenau schmecken lässt. Normalerweise besucht sie einmal wöchentlich die 14 Monate alte Zara und deren Pflegeeltern mit den zwei älteren Kindern zu Hause. Für diese paar Stunden hat das auch beruflich sehr eingespannte Paar einmal Zeit, zu Zweit zu sein, oder die Mutter kann zum Elternabend der großen Kinder, wenn ihr Mann noch Schichtdienst hat. Sigrid Botto spielt mit den Kindern, gibt Zara die Milchflasche und bringt sie ins Bett. Es ist ein freundschaftliches Verhältnis entstanden, man duzt sich und macht auch einmal einen gemeinsamen Sonntagsausflug, an dem alle teilnehmen, auch Sigrid Bottos Ehemann. Die erwachsene Tochter der Bottos lebt mit ihrer Familie in Italien, deshalb hat sich Sigrid Botto beim Elisabethstift in Hermsdorf als Familienpatin gemeldet. Sie betreut jede Woche zwei Familien und gibt von ihrem eigenen Erfahrungsschatz weiter. „Wichtig ist auch die Übereinstimmung mit der Familie im Erziehungsstil“, ergänzt sie. Und eine ganz wichtig Erfahrung ist für sie, dass „immer etwas zurückkommt“.

Die zwei Verantwortlichen des Elisabethstifts für das Patenschaftsprojekt, das im Rahmen der „Frühen Hilfen“ angeboten wird, sind Sandra Haase und Anna Weber. Die beiden Frauen finden die jeweils zueinander passenden Partner. Mit Fingerspitzengefühl bringen sie junge Familien, die ein Neugeborenes bis etwa drei Jahre altes Kind haben und sich Entlastung und Unterstützung wünschen, und Familienpaten zusammen. Zunächst bieten die beiden Verantwortlichen ein Kennenlerngespräch im Elisabethstift an. Daraufhin begleiten sie die Paten zu einem Erstkontakt mit einer interessierten Familie. „Oft funkt es schon nach kurzer Zeit“, erzählt Sandra Haase, „und wir können uns zurückziehen“. Die Art und der zeitliche Umfang der Unterstützung richten sich ganz nach den Wünschen aller Beteiligten und werden immer individuell vereinbart. Manche Paten spielen mit den Kindern oder gehen mit ihnen ins Freie, andere verbringen gemeinsame Zeit mit der ganzen Familie. Manchmal ist es schon sehr hilfreich, wenn eine Patin mit bereits erwachsenen Kindern von ihren eigenen Erfahrungen berichten kann. Das Elisabethstift bietet – wenn gewünscht – in unterschiedlichen Kursen Schulungen an und steht den Paten jederzeit mit Rat und Tag zur Seite. Als Austausch für alle Beteiligten ist auch das erwähnte Frühstück im Familientreff in Wittenau an der Oranienburger Straße 204 gedacht.

Auch Gabriela Lucas trifft sich heute samt ihrem Ehemann mit „ihrer“ Familie zum gemeinsamen Frühstück. Seit eineinhalb Jahren, so alt ist der kleine Nikan, ist sie die Patin einer vierköpfigen iranischen Familie. „Wir unterhalten uns viel, wenn ich alle 14 Tage zu Besuch komme“, erzählt die ehemalige Verwaltungsangestellte, „so dass die Eltern ihre Deutschkenntnisse erweitern können.“ Mittlerweile hat sich auch ihr Ehemann mit dem iranischen Vater angefreundet, und die beiden betreiben gemeinsam eine ehrenamtliche Fahrradwerkstatt. „Wir haben eine gute Freundin gefunden“, fasst es die junge Mutter zusammen.
Momentan gibt es einen großen Bedarf an ehrenamtlichen Familienpaten, und das Elisabethstift freut sich, wenn sich Interessierte melden. Kontakt über Sandra Haase, Bereichsleiterin, Tel. (030)43 20 67 92 oder Anna Weber, Koordination, Tel. 0163 – 7815311 sowie über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mfk

Letzte Änderung am Freitag, 05 Mai 2017 08:51

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Meldungen kurz & knapp

Familie | Bildung | Beruf

Erfolg beim Schülerwettbewerb

Reinickendorf – Die Georg-Schlesinger-Schule kann sich über einen Erfolg beim Schülerwettbewerb Gebäudetechnik freuen. Schüler des Leistungskurs Umwelttechnik konnten mit ihrem Unterrichtsprojekt, bei dem sie den energetischen Zustand ihrer Schule untersuchten und Maßnahmen zum Sparen von Energie aufzeigten, die Jury überzeugen und sich das Preisgeld von 1.000 Euro sichern. Der Großteil des Preisgeldes fließt in ein Folgeprojekt an der Schule, bei dem weitere Energiesparmaßnahmen mit einem Smart Home System realisiert werden sollen.

Flohmarkt in der Gustav-Dreyer-Grundschule

Hermsdorf – Die Gustav-Dreyer-Grundschule, Freiherr-vom-Stein Straße 31, veranstaltet nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder einen Flohmarkt. Bei dieser Gelegenheit bieten Kinder und Eltern gebrauchte Kindersachen an – Spielzeug, Bücher, Kleidung und vieles mehr. Außerdem erwartet die Besucher ein Kuchen- und Getränkestand. Der Flohmarkt findet von 10 bis 13 Uhr statt. Bei Regen entfällt er.

Kita Havelsternchen trödelt

Konradshöhe – Am 24. Juni findet von 10 bis 13 Uhr ein Trödelmarkt in der Kita Havelsternchen, Luisenstraße 21, statt. Zurzeit sind noch Anmeldungen für Verkäufer unter havelsternchen@gmail.com möglich.

Amateurfunk hautnah

Hermsdorf – Mit Gleichaltrigen weltweit über Funk in Kontakt treten, das können Kinder und Jugendliche am 18. Juni von 10 bis 16 Uhr beim Ortsverband des Vereins Deutscher Amateur-Radio-Club. Zum Abschluss erhalten sie einen Jungfunkerausweis. Anmeldung und weitere Infos unter Tel. (030) 40 50 10 98 oder 0172-396 2274 oder an DL7UE@darc.de