Nicht per App reparierbar

Mia aus Reinickendorf schraubt schon versiert das Rad ab. Mia aus Reinickendorf schraubt schon versiert das Rad ab. Foto: at

Borsigwalde – Das erste, was die sieben Mädchen am Girls’Day um 9 Uhr im Autohaus Ristow erwartete, war der Blaumann. Arbeitsschutzkleidung ist im Servicebetrieb von Ristow in der Soltauer Straße ein Muss. Schließlich hat man nicht nur mit verschiedenen Chemikalien zu tun, sondern ist durch den Blaumann vor Schmiere, Dreck und kleinen Kratzern geschützt. Hier in der Soltauer Straße, dem Ursprungsstandort von Ristow – der Verkauf in der Holzhauser Straße kam erst 2004 dazu – werden alle Reparaturen an Pkw und kleine Nutzfahrzeugen durchgeführt – vom Anlasser tauschen über Prüfarbeiten und Inspektionen, Fahrzeugpflege und Lackieren bis hin zu Motorenreparaturen.

Das alles konnten die 13- und 14-jährigen Mädchen, inzwischen im neuen Outfit, in den einzelnen Werkstätten miterleben. Emma, Mia und Michelle starteten ihren Tag gleich mit dem Reifenwechsel. Den nahmen sie noch nicht selbst vor, konnten aber den Mechatroniker – so heißen die Kfz-Schlosser heute – über die Schulter schauen, Radmuttern abschrauben und die Reifen weg- beziehungsweise hinrollen.

Ob der Mechatroniker-Beruf später für sie auch in Frage kommt, konnten sie noch nicht sagen. Erst einmal ging es darum, einen Blick in eine Welt zu werfen, die ihnen sonst eher nicht so vertraut ist. Obwohl das Autofahren inzwischen eine Fähigkeit ist, die eine große Mehrheit beherrscht, ist das Wissen um die Funktionsweise eines Autos sowie die Fehlerbehebung eher nicht so vorbreitet. „Das betrifft aber nicht nur Mädchen, sondern fast alle jungen Menschen“, erzählt ein Mechatroniker, der mit zwei anderen Mädchen in der Nachbarwerkstatt die Achsen vermisst.

Die Kfz-Reparatur ist Handarbeit, so was kann man nicht per App erledigen. Und manchmal ist das eben auch körperlich sehr schwer. Genau das ist auch der Grund, warum so selten Mädchen in dieser Branche zu finden sind, erzählt Geschäftsführer Andreas Ristow dazu. Im vergangenen Jahr hatten sie sogar eine Auszubildende. Die war anfangs voller Elan dabei, aber die körperliche Arbeit war für die eher zierliche junge Frau dann eben doch zu viel, und sie beendete die Lehre.

Dennoch wird das Autohaus Ristow auch weiterhin am Girls’Day teilnehmen. Es geht ja vor allem darum, die Bandbreite in einem Autoservice-Betrieb zu zeigen und Mädchen generell für dieses Thema zu interessieren. Da am Girls’Day auch seine Tochter Sophia diesmal nicht als Gast, sondern als kurzzeitige Mitarbeiterin hinter die Kulissen des väterlichen Betriebes schauen konnte, hat dieser Ansatz schon einmal gefruchtet. at

Letzte Änderung am Mittwoch, 10 Mai 2017 07:55

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Erfolg beim Schülerwettbewerb

Reinickendorf – Die Georg-Schlesinger-Schule kann sich über einen Erfolg beim Schülerwettbewerb Gebäudetechnik freuen. Schüler des Leistungskurs Umwelttechnik konnten mit ihrem Unterrichtsprojekt, bei dem sie den energetischen Zustand ihrer Schule untersuchten und Maßnahmen zum Sparen von Energie aufzeigten, die Jury überzeugen und sich das Preisgeld von 1.000 Euro sichern. Der Großteil des Preisgeldes fließt in ein Folgeprojekt an der Schule, bei dem weitere Energiesparmaßnahmen mit einem Smart Home System realisiert werden sollen.