Karneval der Tiere

Vorher hatten die Tegeler Gymnasiasten mächtig Lampenfieber. Doch davon war nichts mehr zu spüren. Perfekt dirigierten sie die Musiker der Jungen Philharmonie Berlin. Vorher hatten die Tegeler Gymnasiasten mächtig Lampenfieber. Doch davon war nichts mehr zu spüren. Perfekt dirigierten sie die Musiker der Jungen Philharmonie Berlin. Foto: privat

Tegel – Warum es so wenig Klaviertransporteure gibt, dagegen aber so viele Weltklasse-Dirigenten? Die Antwort lag für Loriot und seine „Kollegen“ Karajan und Bernstein auf der Hand: „Weil Dirigieren eben doch leichter ist als Klaviertransport.“ Den Sketch, den Vicco von Bülow 1979 aufführte, werden vermutlich die wenigsten Schüler des Gabriele-von-Bülow-Gymnasiums kennen. Ob die mit einem Augenzwinkern aufgestellte These aber zutrifft, wissen 25 Schüler spätestens seit dem 13. Mai ganz genau. Im Rahmen des Projekts „Jugend dirigiert“ nahmen die 16-Jährigen selbst den Taktstock in die Hand. Und bewiesen ihre Fähigkeiten, ein Orchester zu leiten. 38 Ausnahmetalente – die Musiker der 2013 gegründeten „Jungen Philharmonie Berlin“ – setzten an diesem Abend beim Kammerkonzert in der Aula des Gymnasiums um, was die Schüler von ihnen forderten. Rund 200 Zuhörer fanden sich ein, um zu sehen, wie die Töne aus Saint-Saëns „Karneval der Tiere“ zum Klingen gebracht wurden. „Der begeisterte Beifall der Gäste für diese Leistung sprach für sich“, sagt Musiklehrerin Ute Göckel. „Auch für uns war diese Aktion ja ein Versuchsballon und der Ausgang offen“, gesteht Schuldirektorin Heike Briesemeister ein.

Drei Tage gemeinsamer Probe waren zuvor angesetzt. Schritt für Schritt hätten die Schüler dabei Selbstvertrauen gefasst. Der Einsatz Göckels machte das Konzert möglich. Genauer gesagt ihr Kontakt zum Musiklehrer Alexander Saier von der Freien Schule Anne-Sophie, der das Projekt 2014 ins Leben rief. Seit 2015 ist die Junge Philharmonie Berlin Teil der Initiative.

„Lernen meine Schüler das Dirigieren, sitze ich entweder am Klavier oder es läuft eine CD.“ Göckel wollte mehr. Was ihr wie auch Schulleiterin Briesemeister am Herzen liegt: „Kinder an Klassik heranzuführen.“

Ein privater Sponsor übernahm die „kleine Gage“ für die jungen Philharmoniker. Auch wenn kein Eintritt verlangt wurde, kamen 708 Euro an Spenden zusammen, die in die von der Jungen Philharmonie Berlin gegründete Initiative „Make Music for Peace – Musik für den Frieden“ fließen. Schwerpunkt des Hilfsprojekts ist die Bildungsarbeit des Benediktiner-Paters Felix Fütterer in Ouahigouya (Burkina Faso), bei dem Kinder kostenlosen Ensemble- und Dirigierunterricht erhalten.

Was sich beim Konzertabend ebenfalls zeigte: dass Mozart und Tschaikowsky generationsübergreifend ankommen. Unter Leitung von Musashi Baba legten die Jungen Philharmoniker im zweiten Teil des Abends mit Stücken der berühmten Komponisten nach. Für Heike Briesemeister wie Ute Göckel und deren Schüler steht fest: „Wir wünschen uns eine Fortsetzung des Projekts.“ star

Letzte Änderung am Freitag, 26 Mai 2017 10:15

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Meldungen kurz & knapp

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Blechbläser-Workshop

Lübars – Beim zweiten Blechbläser- Workshop der Musikschule Reinickendorf hieß es wieder: Üben, üben, üben. Das hat sich gelohnt, denn Ende Juli präsentierten die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Dorfkirche Lübars Werke von Mozart, Leonard Bernstein und vom Jazz- Komponisten Hannes Zerbe. Dozenten in diesem Jahr waren Gisela Meßollen von der bezirklischen Musikschule, der ehemalige Trompeter der Berliner Philharmoniker Bob Platt und der ehemalige Posaunist der Hamburger Staatsoper Joachim Mittelacher.

Musikkurse an der Musikschule

Reinickendorf – Lust auf musikalische Erlebnisse? Für die jüngsten Kinder ab einem Jahr beginnt die Eltern-Kind-Gruppen. Mit Tanz-, Instrumental- und Vokalunterricht kann man schon im Vorschulalter beginnen und ein Leben lang fortsetzen. Bei der Musikschule Reinickendorf sind Neuund Wiedereinsteiger jeden Alters immer willkommen. Infos und Anmeldung unter Tel. (030) 90294-4780 oder per E-Mail an musikschule-reinickendorf@ reinickendorf.berlin.de

Tierfotos „Ameise bis Zebra“

Tegel – Wer Lust hatte, mehr als nur Selfies zu knipsen, war hier genau richtig: Im Medienkompetenzzentrum meredo entdeckten Schüler die kreative Fotografie mit der Digitalkamera und dem Smartphone. Unter dem Titel „Fotomania Tierfotos von Ameise bis Zebra“ fand das Projekt in den Pfingstferien großes Interesse bei den Ferienkindern. Das Thema waren Tiere – und zwar kleine Tiere ebenso wie große Tiere, und wie sie spannend in Szene gesetzt werden können. Dazu waren die Schüler im Zoo, am Tegeler See oder einfach im Garten. Auch die Plüschtiere zu Hause fungierten als Fotomodell und wurden ins richtige Licht gerückt. Die Lieblingsfotos der Ferienkinder im Alter von acht bis elf Jahren sind in der Bildergalerie unserer Webseite www.reinickendorfer-allgemeine. de/nachrichten/durchstarter/foto zu sehen.

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