Kinderärzte sind Mangelware

Dr. Burkhard Ruppert in seiner Praxis in Waidmannslust Dr. Burkhard Ruppert in seiner Praxis in Waidmannslust Foto: as

Bezirk – Reinickendorf hat einen Mangel an Kinderärzten. Schlappe 94,1 Prozent beträgt der Versorungsgrad mit Pädiatern. Nur Neukölln ist mit 90,8 Prozent noch ärmer dran. Die Zahlen veröffentlichte der Senat in einer Antwort auf eine CDU Anfrage. So beträgt zum Stichtag 1. Juli 2016 die „Arztzahl Ist“18,0. Der Bedarf läge bei 19,1. Fehlt damit wirklich nur ein Kinderarzt? Uwe Brockhausen, Stadtrat für Wirtschaft, Gesundheit, Integration und Soziales, verneint: „Bis auf Hermsdorf und Frohnau erscheint eine kinderärztliche Versorgung in allen Ortsteilen problematisch. Die Belastung in den Praxen ist nach unserer Kenntnis teilweise extrem hoch,“ Kinderärzte mit zusätzlichen fachlichen Schwerpunkten seien gezwungen, einen Teil ihrer Terminoptionen der Spezialdiagniostik auf Kosten der Grundversorgung wie Impfungen und Vorsorgen zu widmen.

Dr. Burkhard Ruppert, der in Waidmannslust Kinder untersucht und impft, sagt: „Bedarfe sind das eine, der Bedarf ist etwas anderes“. Bedarfe ist ein Wort aus der Welt der Verwaltung. Im Gesundheitswesen ist damit eine aufwändig errechnete Anzahl von zugelassenen Arztpraxen pro Bezirk gemeint. Doch der tatsächliche Bedarf sei höher: „Die so genannten Arztzahlen beziehen sich auf einen zugrundegelegten Aufwand, der veraltet ist“, sagt Ruppert. Die Arbeitsbelastung sei heute viel höher als vor zehn oder 15 Jahren. Damals wurden die „Bedarfe“ festgelegt. „Zum Beispiel hat die Anzahl der von den Krankenkassen dringend empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen zugenommen.“ Außerdem seien die Anforderungen an die Kinderärzte gestiegen. Aber auch die Erwartungen der Eltern sind heute ganz andere. Der von Ruppert als „sprechende Medizin“ bezeichnete Anteil ist heute viel höher. Kinderarzt Ruppert fasst sein Anliegen so zusammen: „Die Inanspruchnahme wächst, aber die Zahl der Praxen nicht.“ Reinickendorf brauche also eine höhere Arztzahl, als die errechneten „Bedarfe“ es vorsehen. as/fle

Letzte Änderung am Freitag, 26 Mai 2017 10:14

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Meldungen kurz & knapp

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Blechbläser-Workshop

Lübars – Beim zweiten Blechbläser- Workshop der Musikschule Reinickendorf hieß es wieder: Üben, üben, üben. Das hat sich gelohnt, denn Ende Juli präsentierten die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Dorfkirche Lübars Werke von Mozart, Leonard Bernstein und vom Jazz- Komponisten Hannes Zerbe. Dozenten in diesem Jahr waren Gisela Meßollen von der bezirklischen Musikschule, der ehemalige Trompeter der Berliner Philharmoniker Bob Platt und der ehemalige Posaunist der Hamburger Staatsoper Joachim Mittelacher.

Musikkurse an der Musikschule

Reinickendorf – Lust auf musikalische Erlebnisse? Für die jüngsten Kinder ab einem Jahr beginnt die Eltern-Kind-Gruppen. Mit Tanz-, Instrumental- und Vokalunterricht kann man schon im Vorschulalter beginnen und ein Leben lang fortsetzen. Bei der Musikschule Reinickendorf sind Neuund Wiedereinsteiger jeden Alters immer willkommen. Infos und Anmeldung unter Tel. (030) 90294-4780 oder per E-Mail an musikschule-reinickendorf@ reinickendorf.berlin.de

Tierfotos „Ameise bis Zebra“

Tegel – Wer Lust hatte, mehr als nur Selfies zu knipsen, war hier genau richtig: Im Medienkompetenzzentrum meredo entdeckten Schüler die kreative Fotografie mit der Digitalkamera und dem Smartphone. Unter dem Titel „Fotomania Tierfotos von Ameise bis Zebra“ fand das Projekt in den Pfingstferien großes Interesse bei den Ferienkindern. Das Thema waren Tiere – und zwar kleine Tiere ebenso wie große Tiere, und wie sie spannend in Szene gesetzt werden können. Dazu waren die Schüler im Zoo, am Tegeler See oder einfach im Garten. Auch die Plüschtiere zu Hause fungierten als Fotomodell und wurden ins richtige Licht gerückt. Die Lieblingsfotos der Ferienkinder im Alter von acht bis elf Jahren sind in der Bildergalerie unserer Webseite www.reinickendorfer-allgemeine. de/nachrichten/durchstarter/foto zu sehen.

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