Polieren ist sein Geschäft

in der Märkischen Zeile nicht nur die Blicke, sondern auch die Schuhe auf sich: Eventschuhputzer Kai Bruchmann reinigte an seinem Stand Lederschuhe ebenso wie Stoff-Turnschuhe. in der Märkischen Zeile nicht nur die Blicke, sondern auch die Schuhe auf sich: Eventschuhputzer Kai Bruchmann reinigte an seinem Stand Lederschuhe ebenso wie Stoff-Turnschuhe. Foto: star

Märkisches Viertel – Auf seinen grünen Spezialstuhl mit dazugehörigem Schemel hat Kai Bruchmann dieses Mal verzichtet. Des fehlenden Platzes wegen. Im Gang vor dem Elektronikmarkt herrscht Betrieb. Der verkaufsoffene Sonntag hat Kind und Kegel in die Märkische Zeile gelockt. Auch Bruchmann. Der ist allerdings nicht zum Bummeln gekommen, sondern um zu arbeiten. Bruchmann ist Eventschuhputzer.

Als Showeinlage bei Weihnachtsund Sommerfesten, Golf- und Reitturnieren oder auf Messen in Berlin ebenso wie im Umland bringt der 49-Jährige mit geübter Hand das Leder am Fuß seiner Kunden zum Glänzen. „Ich diene als Blickfang.“ Dafür wirft sich der gebürtige Hermsdorfer, der heute in Tegel lebt, stets in Schale. Die schwarze elegante Hose, das langärmelige weiße Hemd und eine Fliege – in schwarz oder blau – sind sein Markenzeichen. Selbst wenn das Thermometer wie an diesem Tag an der 30-Grad-Marke kratzt. Bruchmann hat Lappen, Bürsten, Tiegel mit Schuhcreme und Spray vor sich aufgebaut. Längst hat sich eine Traube pubertierender Jungs um ihn gebildet. Mutig schiebt Senad seinen Fuß vor. Bruchmann schaut betrübt. Leider nur ein Turnschuh. Lieber poliert er wadenhohe Stiefel aus echtem Leder. Bruchmann geht trotzdem mit Schwung vor dem 13-Jährigen auf die Knie, sprüht auf die bunte Stoffspitze weißen Schaum, arbeitet ihn gekonnt mit kleiner Bürste ins Material. Schon hat sich auch Senads Freund Ibo ein Herz gefasst, bittet Bruchmann um den kostenlosen Putzservice. Respektvoll sietzt der Zwölfjährige den um einen sauberen Schuh bemühten Mann. Ein höflicher Umgangston, das ist dem Eventschuhputzer wichtig. Vermutlich eine Prägung, die er sich aus seiner Zeit als Hotelkaufmann bewahrt habe.

Nicht Bruchmanns einzige berufliche Qualifikation. „Erst Straßenbauer gelernt, danach Industriekaufmann.“ Dann habe er es mit der Hotelbranche versucht, doch wenig Gefallen daran gefunden. „Mir fehlte die Fähigkeit zu führen.“ Mittlerweile verstehe er sich als Künstler. Nicht nur in seiner Rolle als Schuhputzer: Als Kleindarsteller steht er gelegentlich vor der Kamera, hat beispielsweise in den RTL-Produktionen „Blaulicht Report“ als Statist mitgespielt. Wieder greift Bruchmann zur Bürste, der nächste blaue Turnschuh hat sich in sein Gesichtsfeld gerückt. „Die Jungs wollen es sich untereinander beweisen.“ Bruchmann grinst. Er kennt das schon. „Jungs und Männer haben weniger Berührungsängste, sind einfach neugierig.“

Ob er sich die eigenen Schuhe selbst täglich wienert? Kai Bruchmann schaut verschmitzt, dann gesteht er ein: „Nur wenn ich für Veranstaltungen gebucht bin.“ star

RAZ Grundschule Wahl Beruf

Meldungen kurz & knapp

Familie | Bildung | Beruf

Blechbläser-Workshop

Lübars – Beim zweiten Blechbläser- Workshop der Musikschule Reinickendorf hieß es wieder: Üben, üben, üben. Das hat sich gelohnt, denn Ende Juli präsentierten die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Dorfkirche Lübars Werke von Mozart, Leonard Bernstein und vom Jazz- Komponisten Hannes Zerbe. Dozenten in diesem Jahr waren Gisela Meßollen von der bezirklischen Musikschule, der ehemalige Trompeter der Berliner Philharmoniker Bob Platt und der ehemalige Posaunist der Hamburger Staatsoper Joachim Mittelacher.

Musikkurse an der Musikschule

Reinickendorf – Lust auf musikalische Erlebnisse? Für die jüngsten Kinder ab einem Jahr beginnt die Eltern-Kind-Gruppen. Mit Tanz-, Instrumental- und Vokalunterricht kann man schon im Vorschulalter beginnen und ein Leben lang fortsetzen. Bei der Musikschule Reinickendorf sind Neuund Wiedereinsteiger jeden Alters immer willkommen. Infos und Anmeldung unter Tel. (030) 90294-4780 oder per E-Mail an musikschule-reinickendorf@ reinickendorf.berlin.de

Tierfotos „Ameise bis Zebra“

Tegel – Wer Lust hatte, mehr als nur Selfies zu knipsen, war hier genau richtig: Im Medienkompetenzzentrum meredo entdeckten Schüler die kreative Fotografie mit der Digitalkamera und dem Smartphone. Unter dem Titel „Fotomania Tierfotos von Ameise bis Zebra“ fand das Projekt in den Pfingstferien großes Interesse bei den Ferienkindern. Das Thema waren Tiere – und zwar kleine Tiere ebenso wie große Tiere, und wie sie spannend in Szene gesetzt werden können. Dazu waren die Schüler im Zoo, am Tegeler See oder einfach im Garten. Auch die Plüschtiere zu Hause fungierten als Fotomodell und wurden ins richtige Licht gerückt. Die Lieblingsfotos der Ferienkinder im Alter von acht bis elf Jahren sind in der Bildergalerie unserer Webseite www.reinickendorfer-allgemeine. de/nachrichten/durchstarter/foto zu sehen.

Sidebanner