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Rote Schuhe und roter Wein

Bettina Schumann weiß einen guten Tropfen zu schätzen. Bettina Schumann weiß einen guten Tropfen zu schätzen. Foto: ks

Bezirk – Reinickendorf ist alles andere als bekannt für Weinanbau. Wo auch, wie auch? Doch Reinickendorf hat tatsächlich eine Winzerin. Sie heißt Bettina Schumann, ist Diplomingenieurin für Weinbau und Önologie (Kellerwirtschaft). Die 35-Jährige hat einen Großteil ihrer Jugend im Fuchsbezirk verbracht, hauptsächlich im Ortsteil Hermsdorf. Nach dem Abi­tur am Georg-Herwegh-Gymnasium im Jahr 2001 beschließt sie, aus ihrer früh entdeckten Leidenschaft einen Beruf zu machen, studiert an der Fachhochschule in Geisenheim. „Ich habe im Urlaub einen Vin Santo gekostet und war fasziniert, wie gut ein neunzig Jahre alter Wein schmecken kann“, beschreibt sie die Initialzündung.

In der Folgezeit reist Bettina Schumann viel durch Deutschland und durch die Welt, sammelt Erfahrungen, macht Praktika. Es geht in den Rheingau und nach Franken, nach Österreich und Italien, gar nach Neuseeland. Heute lebt sie in Bahlingen, hat ihren Lebensmittelpunkt in der Gegend rund um den Kaiserstuhl gefunden. Dort, im Badischen, betreibt sie ein Weinhaus, baut zudem auf einer Fläche von sechs Hektar ihren eigenen Wein an. 60.000 Flaschen Ertrag sind das Ergebnis. Es gibt Weißen und Grauen Burgunder, Spätburgunder und Rosé. „Es sind betont fruchtige Weine, die aber auch über Würze verfügen“, beschreibt sie das Aroma. Mal schmeckt man Citrus und Pfirsich, mal Birne und Melone. Der Rosé kennzeichnet sich durch rote Johannisbeere und Himbeere. Alle Weine würden gut zum Essen passen, man könne sie aber auch einfach so aus Lust an guter Laune trinken.

Trotz ihres neuen Betätigungsfeldes vergisst Bettina Schumann ihre Ursprünge nicht. Die Weine aus ihrem Hause tragen alle spezielle Berliner Namen. „Bis in die Puppen“, „Mittenmang“, „Clou vons Janze“ oder „Famose Schose“ stehen als Reminiszenz an die Heimat auf dem Etikett. Markenzeichen ist immer ein roter Schuh, der einerseits die Assoziation zum Familiennamen herstellt. Gleichzeitig bildet es die Passion der Winzerin für ihr Schuhwerk ab, sie trägt fast ausschließlich auffällige Schuhe in Rot.

Mehrmals im Jahr kommt die junge Winzerin in die Hauptstadt, immer wieder gern auch nach Reinickendorf. Sie verfügt über gute Kontakte zur Weinhandelsagentur „Am Steinberg“ von Ralf Kuhlow am Waidmannsluster Damm, der die Rebensäfte vertreibt. Die edlen Tropfen kann der Interessierte außerdem im Weinlokal „Transformator Frohnau“, Fürstendamm, sowie im Landhaus Alt-Lübars probieren. In zuletzt genannter Gaststätte von Inhaber Florian Wehr gibt es von Zeit zu Zeit spezielle Veranstaltungen unter kundiger Anleitung der Fachfrau. Beim so genannten Weinmenü werden die verschiedenen Gänge von den verschiedenen Weinen nicht nur begleitet, sondern zusätzlich erläutert.

Die nächsten Ereignisse werfen bereits ihre Schatten voraus. So steht schon bald eine Schumann’sche Abfüllung für den bekannten Musiker John Watts (Fischer-Z) auf der Agenda. Letzterer verfügt über gute Kontakte nach Reinickendorf, tritt beispielsweise gern im Auenhof am Tegeler Fließ zu Exklusivkonzerten auf. Auch die Sonderedition wird sich an dem Motto von Bettina Schumann beweisen müssen: „Je leerer die Flasche, desto besser der Wein“. ks

Letzte Änderung am Freitag, 12 Mai 2017 11:59
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Meldungen kurz & knapp

Freizeit | Gastronomie | Umland

Folk im Hof der Feuerwache

Hennigsdorf – Am Samstag, 15. Juli, startet ab 18 Uhr die beliebte sommerliche Veranstaltung „Folk im Hof“ im historischen Hof der Alten Feuerwache in der Hauptstraße 4. Eröffnet wird der Abend von „The Broken Jug Ramblers“. Ab 20 Uhr folgt dann „Clover“, die mitreißenden Celtic Folk Rock und irische Balladen spielen. Tickets gibt es zu 11 Euro, ermäßigt 9 Euro in der Stadtinformation Hennigsdorf und an weiteren regionalen Vorverkaufskassen sowie online über www.hennigsdorf.de und www.reservix.de

Ausstellung Bunte Vielfalt

Glienicke – Noch bis zum 30 August sind die Bilder von Erika Ziegert in der Caféteria des Casa-Reha-Seniorenpflegeheims „Angerhof“, Hauptstraße 73, zu sehen. Die Ausstellung, die immer freitags bis sonntags von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet ist, zeigt einen leichten, sommerlichen Mix von Bildern aus dem Stadtraum. Die Aufnahmen wurden nicht am Computer bearbeitet.

Rosi braucht Hilfe

Lübars – Die Pony-Dame Rosi ist an einer Kolik erkrankt, weil ihr Besucher der Alten Fasanerie immer wieder heimlich Futter über den Zaun geworfen haben. Wegen der Erkrankung befindet sie sich nun in tierärztlicher Behandlung. Um die Kosten zu stemmen, ist die Alte Fasanerie auf Spenden angewiesen. Die Kontodaten lauten: Elisabethstift – Berliner Sparkasse, IBAN: DE82 1005 0000 2040 0032 50, SWIFT/BIC: BELADEBEXXX, Verwendungszweck: Spende Rosi Tierarztkosten.

Ferienziel VHS Reinickendorf

Seddiner See – Vom 23. bis 30. Juli können im Garten der Heimvolkshochschule (VHS) am Seddiner See plastisch Arbeiten in Ton hergestellt werden. Bei diesem Wochenkurs wird am Seddiner See übernachtet. Für Schüler hat die VHS in den Sommerferien Englisch- und Deutschunterricht im Angebot. Die Ferienkurse starten am 21. oder 28 August und kosten zwischen 26 und 49 Euro. Weitere Infos unter Tel. (030) 90294 4800 oder www.vhs-reinickendorf.de

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