testadvert (2)

Wenn ein Baum umfällt...

Der Fuß dieser Fichte war, von außen nicht erkennbar, innen morsch und brüchig – nun hat der Wind den Baum gefällt. Der Fuß dieser Fichte war, von außen nicht erkennbar, innen morsch und brüchig – nun hat der Wind den Baum gefällt. Foto: mvo

Tegel – So stürmisch war der erste Mai eigentlich nicht, doch die gelegentlichen Böen genügten der rund 40-jährigen Fichte in Tegel: Unter lautem Knacken brach der Baum um. Glücklicherweise war der eher klein geratene Baum so gefallen, dass er im Garten seines Besitzers zu liegen kam und bis auf die eigene Dachrinne nichts und niemand weiter zu Schaden kam.

Soviel Glück ist nicht selbstverständlich, denn in diesem Fall wäre es wohl schlecht um einen Versicherungsschutz bestellt gewesen. Tatsächlich erfordern die meisten Gebäudeversicherungen eine „wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8“, was gemeinhin als „Sturm“ bezeichnet wird, um durch Äste oder ganze Bäume verursachte Schäden zu zahlen. Zuständig ist dabei die Gebäudeversicherung des Geschädigten – wer keine hat, muss die Schadensbeseitigung selber zahlen. Dabei ist es zunächst unerheblich, wem der Baum eigentlich gehört und wo er stand.

Die Schäden durch einen außerhalb eines Sturmereignisses brechenden Baums werden dahingegen in der Regel nicht gezahlt. Selbst wenn es nicht der eigene Baum war, der den Schaden verursacht hat, bleibt der Geschädigte zunächst auf den Kosten sitzen, da so ein Ereignis als „höhere Gewalt“ üblicherweise nicht versichert ist.

Allerdings weist so ein unprovozierter Bruch oft auf Erkrankungen des Baumes hin, und solche als Besitzer zu ignorieren, macht ihn womöglich haftbar für den Schaden. Pilze wie der Hallimasch können einen Baum lange Zeit im Verborgenen schädigen, da sie unter der Rinde wachsen und das stabilitätsgebende Kernholz schädigen. Von außen können Harzfluss (bei Nadelbäumen), schlechter Wuchs, Pilzfruchtkörper oder Ausfluss am Stamm Hinweise auf eine mögliche Erkrankung geben. Diesen Hinweisen nachzuspüren, ist Teil der Verkehrssicherungspflichten des Baumbesitzers. Dieser muss für die regelmäßige sachkundige Sichtkontrolle sorgen – manche Gerichtsurteile fordern solche Prüfungen zweimal jährlich. Gibt es Auffälligkeiten, so braucht es eine eingehendere Bewertung. Ein Baumgutachten, das mit Bohrungen oder Schalluntersuchungen die Standfestigkeit prüft und bewertet, liefert Handlungsempfehlungen zur Bewahrung der Verkehrssicherheit. Wer als Baumbesitzer regelmäßig solche Gutachten einholt, hat im Schadensfall selbst gegen die eventuell auf Regress klagende Versicherungsgesellschaft des Nachbarn gute Chancen.

Unabhängig davon ist eine Grundstückseigentümerhaftpflichtversicherung nicht nur für Baumbesitzer unabdingbar – sie zahlt, wenn dem Baumbesitzer Verfehlungen nachgewiesen werden können. Leider können solche Baumgutachten steuerlich nicht wie haushaltsnahe Handwerkerleistungen abgesetzt werden. So avanciert gerade im städtischen Raum der Erhalt großer, alter Bäume zu einem teuren Hobby, auch wenn ihr Schutz einen unersetzlichen Beitrag zu einem gesunden Stadtklima und grünen Stadtbild darstellt. mvo

Letzte Änderung am Freitag, 26 Mai 2017 10:11

RAZ Schollen Grundschule

Meldungen kurz & knapp

Haus | Immobilien | Garten

Vortrag über Berliner Gartenstädte

Frohnau – Am Donnerstag, 20. Juli, referiert Dr. Friedrich Wolff, wissenschaftlicher Dokumentar und Autor des Buches „Gartenstädte in und um Berlin“ im Centre Bagatelle, Zeltinger Straße 6, über die Entwicklung der Berliner Gartenstädte. Die Gartenstadtbewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts verfolgte sozialreformerische Ziele und auch in und um Berlin zum Bau unterschiedlicher Siedlungen, die diesen Zielen entsprachen. Frohnau stellt ein letztes Glied in der Kette dar und wurde als Villenvorort konzipiert. In einem vergleichenden Überblick werden diese Siedlungen dargestellt und diskutiert. Die Veranstaltung, die im Rahmen der Vortragsreihe des Bürgervereins der Gartenstadt Frohnau zur IGA 2017 stattfindet, beginnt um 19.30 Uhr und ist kostenfrei.  

KundeX