Still ruht der Entenkeller

Der Entenkeller an der Oranienburger Chaussee macht alles anderes als einen schönen Eindruck. Der Entenkeller an der Oranienburger Chaussee macht alles anderes als einen schönen Eindruck. Foto: ks

Frohnau – Knapp ein Jahr ist es her, dass eine frohe Botschaft durch den Bezirk ging. Das seit gut zehn Jahren im Dornröschenschlaf liegende Gebäude an der Oranienburger Chaussee/ Ecke Schönfließer Straße, vielen Reinickendorfern unter dem Namen „Entenkeller“ bekannt, wird zu neuem Leben erweckt. Dies berichten seinerzeit viele lokale Medien, auch die RAZ (Ausgabe 15/2016). Die Berichterstattung erfährt eine große Aufmerksamkeit, denn der allgemeine Wunsch nach einer Veränderung dort ist groß. Eigentümer Abdallah Neeman und seine Eierschale Gaststättenverwaltungs GmbH planen eine gastronomische Einrichtung mit Restaurant, Club, Cocktailbar und Biergarten. Eine weitere Eierschale, ähnlich der in Dahlem, soll entstehen. Im Winter 2016/17 wolle man mit den Innenarbeiten beginnen. Bereits im Dezember 2017 soll Eröffnung sein, heißt es damals.

Gesagt, aber noch lange nicht getan. Den Worten sind bisher kaum Taten gefolgt. Zunächst, im Herbst letzten Jahres, zeigen sich noch einige Arbeiter auf dem Grundstück, machen hauptsächlich Räumarbeiten. Seitdem geschieht nichts mehr. Bauarbeiter und Bauarbeiten – Fehlanzeige. Den Anwohnern ist es nicht verborgen geblieben: still ruht der Entenkeller. „Ich fahre jeden Tag hier vorbei, es herrscht absoluter Stillstand“, berichtet beispielsweise Manfred Hoppe. Kein Handwerker sei zu sehen. „Ich finde es schade, das das Gebäude zunehmend zerfällt“ kommentiert der Frohnauer weiter. Die Ecke sei mittlerweile ein Schandfleck, findet er. Ähnlich sieht es Klaus Klotzkowski, der den Zeitungsladen direkt gegenüber betreibt. „Es ist so ein schönes Haus, aber es verrottet immer mehr“. Zudem wird es mittlerweile öfter von Obdachlosen als Übernachtungsmöglichkeit genutzt, weiß der Ladeninhaber zu berichten. Die Polizei sei schon öfter da gewesen.

Die Forschung nach den Ursachen der Bauuntätigkeit fällt nicht leicht. Der Grundstückseigentümer gibt trotz mehrmaliger telefonischer und schriftlicher Anfragen keine Stellungnahme ab. Ein wenig Licht in das Dunkel des Kellers bringt das Bezirksamt Reinickendorf. Aus dem zuständigen Ressort heißt es auf Nachfrage wörtlich: „Mittlerweile liegen dem Fachbereich Bau- und Wohnungsaufsicht Antragsunterlagen für den Umbau des Ausflugslokals vor. Da diese bislang jedoch noch nicht vollständig sind, konnte noch keine Baugenehmigung erteilt werden.“ Die noch ausstehenden bautechnischen Nachweise würden nach Auskunft des Bauherrn in Kürze eingereicht, einer kurzfristigen Genehmigung stünde dann nichts mehr im Wege, wird in der Erklärung aus dem Rathaus weiter vermeldet.

Nach Aussage des Bauherrn strebt dieser an, unmittelbar mit den Bauarbeiten beginnen zu wollen. Die prognostizierte Eröffnung noch im Jahr 2017 kann allerdings auch das Bezirksamt nicht versprechen, dies richte sich nach dem Baufortschritt. Man muss kein Prophet sein, um zu mutmaßen, dass der ursprüngliche, sehr ambitionierte Zeitrahmen kaum eingehalten werden dürfte. ks 

Letzte Änderung am Donnerstag, 08 Juni 2017 08:29

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Meldungen kurz & knapp

Haus | Immobilien | Garten

Veranstaltungen des Kulturhauses Centre Bagatelle

Frohnau – Anlässlich der IGA 2017 wird es am 17. August um 19.30 Uhr einen kostenlosen Vortrag von Dr. Barbara Jäckel, stellvertretende Leiterin des Pflanzenschutzamtes Berlin, im Kulturhaus Centre Bagatelle, Zeltinger Straße 6, geben. Am Sonntag, 27. August, wird das Berliner Barock-Ensemble um 11 Uhr auf historischen Instrumenten unter der Leitung von Vera Petry Werke von Arcangelo Corelli spielen. Der Eintritt für das Konzert beträgt 10 Euro. Im Anschluss sind von 14 bis 18 Uhr Gartenbesichtigungen in folgenden Frohnauer Gärten möglich: Staudengärten von Gisela und Johannes Neumann in der Ortwinstraße 1-3, Staudengarten von Sybille Voormann Alemannenstraße 74.

Turnhallen-Sanierung

Wittenau – Die vom für Oberstufenzentren zuständigen Senat in Auftrag gegebenen Sanierungsarbeiten in der Turnhalle der Cyclopstraße werden nicht bis zum Ende der Sommerferien fertig, sondern noch bis Ende 2017 andauern. Das geht aus der Antwort einer schriftlichen Anfrage des Wittenauer Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen hervor.

Zukunft der Montessori-Schule

Heiligensee – Die Montessori-Schule kann bis zum Sommer 2018 am Stolpmünder Weg untergebracht werden. Weiterhin offen ist der anschließende Einzug in das ehemalige Collège Voltaire in der Cíté Foch, in dem noch Flüchtlinge untergebracht sind. „Gemeinsam mit der Senatsfinanzverwaltung muss endlich auf die Berliner Immobilienmanagement GmbH eingewirkt werden, damit eine wirtschaftlich vertretbare Lösung für den bereits vor Jahren versprochenen Einzug der Montessori-Schule in das ehemalige Collège Voltaire gefunden wird“, erklärt der Wittenauer Bezirksverordnete Björn Wohlert. Die Montessori-Stiftung sucht erneut das Gespräch mit der BIM, um die Berechnungsgrundlage und die Höhe des Erbbauzinses neu zu verhandeln, damit eine wirtschaftliche Grundlage für Investitionen in den neuen Standort erarbeitet werden kann.

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