Musik überwindet Grenzen

Masataka Koduka lebt gerne im grünen Reinickendorf. Masataka Koduka lebt gerne im grünen Reinickendorf. Foto: privat

Hermsdorf – „BERLIN“ steht in großen schwarzen Lettern auf der quietschgelben Umhängetasche. Die­se schwingt leicht nach vorne, als er sich zur Begrüßung tief verbeugt. Masataka Koduka rückt die Brille zurecht, streicht sich durch das tiefschwarze Haar und nippt an seinem Kaffee.
Durch die Fenster des Cafés scheint die Sonne, die Bäume haben kleine hellgrüne Blättchen. Er schaut hinaus auf die Straße in Hermsdorf, sein Blick schweift von links nach rechts, bevor er erklärt: „Ich komme aus Japan, besser gesagt: aus Kobe. Aber mein Traum war es, einmal in meinem Leben in Europa zu wohnen. Und das tue ich jetzt, hier gleich um die Ecke in Hermsdorf.“

Und dieses Leben hier im beschaulichen Reinickendorf ist so ganz anders als sein Leben in Tokyo. Zehn Jahre lang hat der gelernte Programmierer bei Yahoo als Manager gearbeitet. „Jeden Tag arbeitete ich in der 33. Etage des Wolkenkratzers von 9 Uhr bis Mitternacht“, erinnert sich der 48-Jährige. Diese lange tägliche Zeit im Büro sei üblich in Japan – auch dass man die eineinhalb Stunden zur Arbeit im Zug schlafend verbringt, um Kräfte für den langen Arbeitstag zu sammeln. Genauso wie die anderen 10.000 Mitarbeiter von Yahoo war dieser Alltag lange Zeit traurige und vor allem anstrengende Realität für den jungen Japaner. Zeit für seine Frau und seine zwei Söhne hatte er kaum. Auch nicht für sein Hobby: die Musik. Das holt er nun hier im Fuchsbezirk nach.

Es gäbe so viele Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Japanern, dass er sich nicht fremd fühle: „Die Mentalität ist sehr ähnlich“, erklärt er. „Deutsche und Japaner sind gleichermaßen zurückhaltend und ordentlich und arbeiten gleichermaßen produktiv.“ Dennoch vermisse er das Essen, wohingegen das deutsche Bier „das beste auf der Welt ist“.

Der Kontrabass ist immer mit dabei, wenn er unterwegs ist. Und darauf spielt er nahezu jede Musikrichtung. „Ich habe vier Jahre lang argentinischen Tango gespielt und war zum Musikmachen auch in Südamerika, aber ich mag auch Jazz oder amerikanische Musikrichtungen wie Bluegrass und Country“, erklärt er. Begeistert ist er ganz besonders von Krautrock und Musik aus der ehemaligen DDR.

Die deutsche Sprache war anfangs hingegen ein großes Hindernis. Doch das konnte die Musik überbrücken: „In der Musik bedarf es keinerlei Sprache. Dafür stehen die musikalischen festen Strukturen und Arrangements“, weiß er. „Musik und Kultur überwinden Grenzen!“

Und so spielt er in den unterschiedlichsten Bands, unter anderem Bluegrass bei „Michi the Black Harlekin“, Country bei „Rodeo FM“ und Jazz beim „Josefin Karacan Trio“ und Folk beim Hermsdorfer Trio „Tha Papapui“. Letzteres gibt übrigens am 29. April ab 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) im Auenhof Café der Aagaard-Galerie, Alt-Hermsdorf 11, ein Konzert und setzt so seine Liederabendreihe fort. Der Eintritt ist frei, aber eine Spende ist erwünscht. Am Ende der Veranstaltung wird ein Hut herumgereicht. fle

Letzte Änderung am Donnerstag, 27 April 2017 09:49

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Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Aquarelle im Café Züri

Märkisches Viertel – Regina Mart stellt bis zum 30. Juli im Café Züri, Senftenberger Ring 51, ihre Tier-Aquarelle aus. Das Café ist montags, mittwochs, donnerstags sowie freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags sowie sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Maulbeerplantagen in Tegel

Tegel – Alexander Georg von Humboldt, der Vater der berühmten Humboldt-Brüder, nahm sich in Tegel der Maulbeerplantage an und führte diese zu wirtschaftlicher Blüte. Der Schriftsteller Meinhard Schröder widmet sich am 17. Juni um 11 Uhr bei einer Führung durch den Schlossgarten Tegel diesem Thema. Treffpunkt ist die Auffahrt zum Schloss, gegenüber dem Parkplatz, in der Gabrielenstraße. Der Eintritt ist frei.

Führung durch Ausstellung

Hermsdorf – Das Museum Reinickendorf, Alt-Hermsdorf 35, ist in der alten Dorfschule Hermsdorf untergebracht und stellt in seinen Räumlichkeiten Gegenstände und Kunstwerke aus, die sich mit der Geschichte Reinickendorfs auseinandersetzen. Am 18. Juni findet hier um 15.30 Uhr eine Führung durch die ständige Ausstellung statt. Eintritt frei, Infos unter Tel. (030) 4044 062 oder www.museum-reinickendorf.de

Die Heilkraft des Singens

Lübars – Ein Singworkshop für die Gesundheit und ein abendliches Konzert stehen am 24. Juni auf dem Programm des Labsaal Lübars, Alt-Lübars 8. Von 10 bis 16 Uhr leiten Wolfgang und Katharina Bossinger den Workshop, bei dem leicht zu erlernende Lieder gesungen und einfache Kreistänze geübt werden. Anmeldung unter Tel. 0160-753 4466 oder an info@singtogether.de, Teilnahme 15 Euro (10 ermäßigt). Am Abend folgt um 19 Uhr ein Konzert, bei dem Katharina Bossinger, begleitet von der Pianistin Kristina Stary, Lieder und Balladen vorträgt.

Bild-Musik-Präsentation

Hermsdorf – Auf ein besonderes Projekt trifft man am 11. Juni im Café der Galerie Aagaard: Eine Kombination aus an die Wand projezierten Bildern der Kunstmalerin Christine Flieger und eigens dafür komponierter Musik von Burkhard Enke. Die Aufführung findet um 15 Uhr im Aagaard Galerie Café im Auenhof, Alt-Hermsdorf 11, statt. Der Eintritt ist frei.

Kanaldeckel in Bild und Ton

Hennigsdorf – Unter dem Titel „Kanaldeckel in Bild und Ton“ werden noch bis zum 13. Juli im Bürgerhaus „Alte Feuerwache“, Hauptstraße 4, Werke von Petra Radlmaier-Brenneisen ausgestellt. Die Künstlerin hat weltweit Kanaldeckel fotografiert und diese in Ton nachgeformt. Die Ausstellung ist jeweils mittwochs von 10 bis 16 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr sowie am 18. Juni und 2. Juli von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Pettersson und Findus  im Theaterzelt

Tegel – Im Theaterzelt am Borsigturm 21 können kleine und größere Kinder noch bis zum 25. Juni im Theaterzelt „Pettersson und Findus – kleiner Quälgeist, große Freundschaft“ erleben. Das Kinder- und Musicaltheater Giessen zeigt in einer Neuinszenierung zwei Episoden der Kinderbuchbestseller von Sven Nordqvist. Von tollen Schauspielern in wunderschöner Kulisse gespielt, erleben die Zuschauer eine lustige und turbulente Geschichte. Start ist jeweils mittwochs, donnerstags und freitags um 17 Uhr, samstags um 15 Uhr und sonntags um 11 und 15 Uhr. Tickets können unter der Telefonnummer 0 15 20-77 95 44 5 oder unter www.kimugi.de vorbestellt werden, sind aber auch direkt an der Tageskasse erhältlich.