Glanz statt Grau im Tegel-Center

Die Pläne für die Gorkistraße sorgten bei Vorstellung für Applaus. Die Pläne für die Gorkistraße sorgten bei Vorstellung für Applaus. Grafik: hghi

Tegel – Glanz statt Grau, modern statt mottig, schick statt schäbig – so die Zukunftsvision des Tegel-Centers! Ein angespanntes Knistern war am Abend des 5. Januar im großen Saal der Humboldt-Bibliothek zu spüren, als Investor Harald Huth von der HGHI Holding GmbH sein Sanierungskonzept für den Tegel-Shopping-Komplex rund um die Fußgängerzone Gorkistraße vor mehr als 400 interessierten Zuschauern vorstellte.

Die Fußgängerzone mit ihrem Tegel-Center, seit 1972 eine der wichtigsten Einkaufsadressen des Bezirks, ist in die Jahre gekommen und erhält nun eine umfassende Schönheitskur, die sich der Investor rund 200 Millionen Euro kosten lassen will; davon werden 150 Millionen Euro als direkte Investitionssumme in die Baumaßnahme einfließen.

Eines der Highlights ist die Wiederansiedlung von Karstadt in Tegel. „Nach 30 Jahren eröffnet Karstadt erstmals wieder eine neue Filiale, und darüber, dass dies in Tegel geschehen wird, freuen wir uns sehr“, sagt Huth. Das Kaufhaus wird jedoch nicht im ehemaligen Hertie-Warenhaus angesiedelt, sondern im Nord-Teil des Centers, in dem sich derzeit unter anderem das Parkhaus, die Markthalle und Möbel Anderle befinden.

Investor Harald Huth erklärt seine Pläne. Foto: fle

Diesem Nord-Teil geht es übrigens als erstes „an den Kragen“. Das sich im schlechten Zustand befindliche Parkhaus und ein Teil des Nordteils werden abgerissen und als erster Bereich revitalisiert. Das Hochhaus mit Volkshochschule und Bezirksamt bleiben erhalten. Start für den Abriss des Parkhauses entlang der Bernstorff- und Buddestraße ist bereits im Februar. Anstelle des Parkhauses werden weitere Geschäftsflächen entstehen, unter anderem für einen Supermarkt. Gerüchten zufolge soll dort ein großes „Kaufland“ einziehen. Karstadt soll bereits im Februar 2018 öffnen, während die komplette Fertigstellung des Nord-Teils für Sommer 2018 geplant ist.

Die Markthalle zieht derzeit in das ehemalige Hertie-Haus und nimmt den Betrieb am 12. Februar an neuem Standort auf. Dies ist jedoch nur ein vorübergehender Ort. Sie wird später mit rund 50 Ständen an einem festen neuen Standort im Süd-Teil etabliert. „Dabei werden die Mietpreise für die Standinhaber nach Umzug nicht höher sein als bisher“, verspricht der Investor. Schließlich sollen die Mieten für die alteingesessenen Standbetreiber weiterhin bezahlbar sein.

Von August 2017 bis April 2018 wird auch der Süd-Teil – die Passage zwischen Fußgängerzone und Grußdorfstraße – eine große Baustelle werden. Hier entsteht ein komplett neues Flächenkonzept, und der gesamte Bereich wird bis zum Hertie-Kaufhaus abgerissen. Später wird hier an der Grußdorfstraße die Markthalle angesiedelt sein.

Auch das Brückengebäude, in dem sich das Steakhouse befindet, wird abgerissen und entsteht neu.

Durch den Abriss des Parkhauses wird sich der Parkplatz nur noch im südlichen Bereich und auf dem Oberdeck befinden. Somit reduzieren sich die Parkplätze von derzeit 700 auf 620 Stellflächen. Die Parkhausein- und -ausfahrt wird nur noch über die Grußdorfstraße möglich sein – ein Kritikpunkt für viele anwesende Zuschauer. Sie befürchten Stau im Nadelöhr. Doch Bezirksbürgermeister Frank Balzer beruhigt: „Wir haben ein unabhängiges Prüfungsbüro beauftragt, um die Verkehrssituation zu untersuchen. Hierbei wurde festgestellt, dass eine einzige Zufahrt zum Parkplatz vollkommen ausreichend ist. Lediglich die Ampelphase in der Berliner Straße muss angepasst werden – und natürlich darf niemand in zweiter Reihe parken. Darauf müssen Ordnungsamt und Polizei achten“, erklärt er.

Das gesamte Gebäude vom Hertie-Haus bis zur Brücke wird nach dem Abriss neu gebaut und aufgestockt. Hier werden weitere Verkaufsflächen und Mietwohnungen mit insgesamt 4.000 Quadratmetern Wohnfläche entstehen. Die Fertigstellung des kompletten Südteils ist für Herbst 2018
geplant.

Die Handelsfläche wird von derzeit 30.000 auf 50.000 Quadratmetern erweitert. Dies wird vor allem durch den Wegfall der Parkplätze im Parkhaus wie auch durch die Aufstockung mehrerer Gebäude ermöglicht.

Die Angst der Tegeler, dass Tegel dieses Mehr an Verkaufsfläche nicht verträgt, scheint nach Angaben von Marius Helmuth-Paland, Leiter des Stadtplanungsamtes in Reinickendorf, vollkommen unbegründet: „Ein Einkaufsbereich in Reinickendorf verträgt durchaus noch mehr an Verkaufsflächen“, sagt er. Dabei beginne ein Hauptzentrum bei 50.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und ende bei 100.000. Somit liegt Tegel – die Borsighallen mit einbezogen – immer noch im angemessenen Bereich. Auch die Nähe zu den Borsighallen werde eher positiv als negativ gesehen. Huth erklärt: „Ganz Tegel wird eine Magnetwirkung haben. Hier werden die Menschen gezielt hinfahren und gerne einkaufen“, erklärt er. 

Für die Geschäfte, die während der Umbaumaßnahmen offen bleiben, wird die nächste Zeit nicht einfach. Schließlich stehen keinerlei Parkplätze zur Verfügung, Baulärm, Abrissarbeiten und Zäune auch in der Fußgängerzone laden nicht zum Bummeln ein. Es wird eine Durststrecke, die es zu durchstehen gilt.

Einen Namen gibt es für das neue Zentrum noch nicht. Im Raum stehen unter anderem „Tegel Quartier“ oder „Neue Gorkistraße“. Bürger können ihre Ideen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mailen. fle

Letzte Änderung am Mittwoch, 11 Januar 2017 14:07

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Politik | Wirtschaft | Recht

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