„Finanzieller Schaden schmerzt“

Hier passiert seit Jahren nichts mehr: das Tetrapak-Gelände in Heiligensee. Hier passiert seit Jahren nichts mehr: das Tetrapak-Gelände in Heiligensee. Foto: bek

Heiligensee – Das Gelände an der Hennigsdorfer Straße bietet einen traurigen Anblick. Vor dem Pförtnerhäuschen steht ein Bürostuhl, aber der ist ausrangiert, da sitzt schon lange keiner mehr drauf. Und das eiserne Rolltor ist fest verschlossen. Wo früher in der Tetrapak-Fabrik in Heiligensee Verpackungen produziert wurden, ist seit Jahren „tote Hose“. Eigentlich wollte der Senat in der ehemaligen Produktionsstätte Flüchtlinge unterbringen, aber das ist nie passiert. Und das kommt den Steuerzahler teuer zu stehen.Eine kürzlich gestellte Anfrage der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus brachte Erstaunliches zutage. Ende 2015 hatte der Berliner Senat mit dem Eigentümer der leer stehenden Immobilie verhandelt. Anwohner wehrten sich, der Reinickendorfer Bürgermeister Frank Balzer hielt das Gebäude für untauglich als Flüchtlingsunterkunft. Wasserleitungen waren marode und die Werkhallen waren lediglich dafür ausgelegt, bis 5 Grad beheizt zu werden. Zu kalt für eine Unterkunft für Menschen. Aber der Senat griff trotzdem zu, Umbaumaßnahmen wurden geplant und wieder verworfen. Zu teuer. Als die Flüchtlingszahlen im vergangenen Sommer sanken, wurden die Pläne endgültig auf Eis gelegt.

Der Senat hatte nach Zeitungsmeldungen einen Mietvertrag mit dem neuen Eigentümer des Tetrapak-Geländes, der Capital Bay GmbH, mit einer monatlichen Zahlung von mehr als 158.000 Euro für 19.000 Quadratmeter Gebäudeflächen geschlossen. Rund sechs Millionen Euro kämen da bis zum Auslaufen der Verträge Ende 2018 zusammen, die der Senat am Ende zum sprichwörtlichen Fenster hinausgeworfen hätte.

Frank Balzer teilte dazu nun mit: „Es ist schön, in einer strittigen politischen Auseinandersetzung Recht zu behalten, aber der finanzielle Schaden für das Land Berlin schmerzt erheblich. Warum Vertreter des Senats den Mietvertrag dennoch in dieser Form unterschrieben haben, ist mir bis heute ein Rätsel. Ich habe nach einer ersten Begehung gemeinsam mit Mitarbeitern aus der Bau- und Wohnungsaufsicht und dem Gesundheitsamt sofort gesagt, dass diese für eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen nur geeignet sind, wenn erhebliche Investitionen erfolgen. Das Bezirksamt erwartet, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.“ bek

Letzte Änderung am Donnerstag, 27 April 2017 09:39

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Meldungen kurz & knapp

Politik | Wirtschaft | Recht

Anwohnerinteressen TXL

Reinickendorf – Der Flughafen Tegel bewegt die Gemüter und ist deswegen auch das Thema des nächsten politischen Stammtisches der CDU Am Schäfersee und des Abgeordneten Burkard Dregger. Unter dem Titel „Flughafen Tegel – Interessen der Anwohner“ wird bei dieser Gelegenheit am 12. Juli um 19 Uhr im Café am See, Residenzstraße 29A, diskutiert.

Stadtteiltag in Reinickendorf-Ost

Reinickendorf – Die Reinickendorfer Abgeordnete Bettina König lädt am Freitag, 7. Juli, zum Stadtteiltag in Reinickendorf-Ost ein. Unter anderem wird es um 8.30 Uhr ein Frühstück mit der Bundestagsabgeordneten im Café Mondo an der Pankower Allee 4mit einer anschließenden Begehung des Franz-Neumann-Platzes geben. Um 10.30 Uhr startet eine Putzaktion, bei der Reinickendorfer mit dem SPD-Politiker Gilbert Collé zwei Spielplätze auf Vordermann bringen. Der Treffpunkt ist im Bürgerbüro Bettina König, Amendestraße 104. Am selben Ort können sich um 13 Uhr Frauen unter dem Titel „Alleinerziehend und (Vollzeit) arbeiten?“ austauschen. Außerdem steht der Fraktionsvorsitzende der SPD im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, um 15 Uhr an einem Infostand an der Residenzstraße/Ecke Stargardtstraße den Reinickendorfern Rede und Antwort.

Arbeitnehmer-Stammtisch

Wittenau – Die Christliche Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) der CDU-Reinickendorf lädt am Freitag, 7. Juli, um 18 Uhr zum Arbeitnehmer-Stammtisch ins Restaurant Maestral, Eichborndamm 236, ein. An dem Abend dreht sich alles um das Thema Bürgerarbeit.

Lesung: Sie kennen keine Grenzen mehr

Wittenau – Welchen Gefahren ist man als Polizeibeamter bei seiner Arbeit ausgesetzt? Diese und weitere Fragen beantwortet der ehemalige Polizist Karlheinz Gaertner bei einer Lesung seines Buches „Sie kennen keine Grenze mehr“. Diese Veranstaltung, zu der der Reinickendorfer Bundestagskandidat Thorsten Karge von der SPD einlädt, findet am Donnerstag, 29. Juni, um 19 Uhr im Restaurant Maestral, Eichborndamm 236, statt.

Wo uns der Schuh drückt

Reinickendorf – Die Bürgersprechstunde der Wahlkreisabgeordneten für Reinickendorf-West, Emine Demirbüken-Wegner, findet am Mittwoch, 5. Juli, von 17 bis 20 Uhr mit dem Bürgerforum „Wo uns der Schuh drückt! Problemecken im Ortsteil“ im Restaurant Pula-Grill, Auguste-Viktoria-Allee 79, statt. Des Weiteren stellt sich die Politikerin am Samstag, 8. Juli, den Fragen der Bürger: von 10 bis 11 Uhr vor Reichelt in der Bernauer Straße, von 11 bis 12 Uhr vor Edeka in der Quäkerstraße und von 12 bis 13 Uhr vor Edeka am Mellerbogen.