Mit dem Rad um die Welt

Sven Marx (l.) beim Start mit Karl Grandt, der ihn schon auf dem Drahtesel nach Rom begleitet hat. Sven Marx (l.) beim Start mit Karl Grandt, der ihn schon auf dem Drahtesel nach Rom begleitet hat. Foto: fle

Wittenau/Mitte – Das Gehen fällt ihm schwer, und auch das räumliche Sehen ist ihm abhanden gekommen. Seit ein Gehirntumor Teil seines Lebens ist, hat sich das Leben von Sven Marx grundlegend verändert. Operation und teilweise Entfernung des Gehirns, drei Monate Intensivstation mit halbseitiger Lähmung, künstlicher Ernährung und Beatmung, drei Monate Reha, um wieder sitzen, laufen und essen zu lernen – all das hat den heute 49-Jährigen nicht schwächer, sondern stärker gemacht. Und auch wenn Marx nun heute mit vielen Behinderungen zu kämpfen hat, ist Reisen nach wie vor seine große Leidenschaft. Am 23. April hat sich der engagierte Mann nun vom Brandenburger Tor aus auf die Reise seines Lebens gemacht: Unter dem Motto „Inklusion braucht Aktion“ will er in den nächsten 18 Monaten auf seinem Fahrrad rund 29.000 Kilometer durch alle Kontinente zurücklegen – und transportiert dabei eine Fackel: die Inklusionsfackel des großen Netzwerks „Inklusion für Deutschland“ als Zeichen für die Gleichstellung von Behinderten.

Marx hat als Tauchlehrer in Ägypten gearbeitet und ist in seinem Leben schon immer viel gereist. Und er liebte es, mit dem Motorrad unterwegs zu sein. All das kann er heute nicht mehr tun. „Aber es hilft niemanden, seinem alten Leben nachzutrauern“, sagt er. Und während das Laufen ihm Probleme bereitet, hat er das Radfahren für sich als gute Art der Fortbewegung entdeckt.

„Ich werde am 12. Mai 50 Jahre alt“, erklärt er. „Und ich habe mir 2012 nach meiner Hirnoperation geschworen, dass ich mir eine Weltreise spendiere, wenn ich dieses Alter erreiche.“ Nun ist es soweit, und seine bisher geplante Route führt von Berlin über Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Russland, Japan, Vietnam, Laos, Thailand, Malaysia, Singapur, Australien, Neuseeland, USA, Kuba, Marokko, Portugal, Spanien, Frankreich, England und Holland zurück nach Berlin.

Übernachten wird er des Öfteren im Zelt, um Geld zu sparen.
Was er anderen mit auf den Weg gibt: „Es ist nicht leicht, mit zwei lebensgefährlichen Diagnosen zu leben, aber ich kann nur jedem raten, der eine lebensverändernde Krankheit hat: Gebt auf! Aber gebt nicht Euch auf, sondern gebt Euer altes Leben so schnell wie möglich auf!“ fle

Letzte Änderung am Donnerstag, 27 April 2017 11:13

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Informationen zur Vorsorgevollmacht

Reinickendorf – Die CDA-Reinickendorf (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Deutschlands) lädt zu einem Vortrag zum Thema „Betreuungs- und Vorsorgevollmacht“ ein. Rechtsanwalt und Notar Andreas Gram informiert über diese Vollmachten, die eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglichen, auch wenn man seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Der Vortrag findet am Freitag, 11. August, 18 Uhr, im großen Saal der Seniorenwohnanlage Lange-Schucke-Stiftung im Büdnerring 48 statt.

Waidmannsluster Ehrenamtspreis

Waidmannslust – Ehrenamt hat viele Gesichter, auch in Reinickendorf. Deswegen stiftet der Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen jährlich den Waidmannsluster Ehrenamtspreis, der gesellschaftliches Engagement auszeichnet. Im vergangenen Jahr wurde der Förderkreis der Königin- Luise-Kirche ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr können Einzelpersonen oder Vereine in Waidmannslust vorgeschlagen werden. Wer eine Einzelperson oder einen Verein kennt, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich engagieren, schreibt an kontakt@ tim-zeelen.de oder Tim-Christopher Zeelen, MdA, Bürgerbüro, Brunowstraße 51, 13507 Berlin.

Beratungsstelle jetzt barrierefrei

Borsigwalde – Jahrelang war die Schuldner- und Insolvenzberatung des Deutschen Familienverbandes nicht barrierefrei erreichbar. Die Räume in einem Nebenflügel des Jobcenters in der Miraustraße 54 waren nur über eine Treppe zugänglich. Für ältere Menschen mit Rollator, Eltern mit Kinderwagen und gehbehinderte Menschen war das ein echtes Hindernis. Als Zwischenlösung boten die Mitarbeiter der Beratungsstelle Außentermine an. Das war aber mit großem Zeitaufwand verbunden. Der CDU-Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen regte an, einen Raum aus dem Hauptgebäude des Jobcenters mit zu nutzen. Diese Anregung wurde nun umgesetzt. Das Jobcenter stellt der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle einen barrierefreien Beratungsraum zur Verfügung. „Ich freue mich, dass dieser Service nun problemlos von allen Reinickendorfern genutzt werden kann,“ sagt der Abgeordnete.

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