Der Papst gibt den Startschuss

Werben für Toleranz und Völkerverständigung: Peter Bartel (l.) 2014 mit einem weiteren Teilnehmer bei „Flame For Peace“, einem Lauf von Sarajevo nach Aachen. Werben für Toleranz und Völkerverständigung: Peter Bartel (l.) 2014 mit einem weiteren Teilnehmer bei „Flame For Peace“, einem Lauf von Sarajevo nach Aachen. Foto: privat

Frohnau – Peter Bartel ist mal wieder für den guten Zweck unterwegs – und das über eine gewaltige Wegstrecke. Der Frohnauer nimmt an einem Staffellauf über 2.000 Kilometer von Rom in die Lutherstadt Wittenberg teil, natürlich wieder auf seinem Tretroller. Am 20. April traf der inzwischen 75-Jährige in Rom ein, am 23.

April verabschiedete Papst Franziskus die Läufer und den Rollerfahrer auf dem Petersplatz. In 16 Teilabschnitten geht es Richtung Norden, Zielorte sind unter anderem Siena, Verona, Bozen, Garmisch Partenkirchen, Augsburg, Erfurt. Die letzte Etappe des „Laufs für Frieden und Demokratie, gegen Fremdenhass“ führt am 8. Mai von Torgau nach Wittenberg.

Bereits am 12. April war Bartel in der Lutherstadt Eisleben zu einem Treffen der Friedensläufer mit Dr. Reiner Haseloff, dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, der die Schirmherrschaft übernommen hat.

Hier wurde Bartel ins Organisationsteam berufen. Schon vor sechs Jahren hatten sich unter dem Motto „Von Luther zum Papst“ 25 Läufer und 15 Begleiter in die entgegengesetzte Richtung auf den Weg gemacht, um Geld für die Krisenregion Kenia zu sammeln. 10.000 Euro kamen zusammen. Mit dem Lauf 2017 wollen die Teilnehmer zeigen, dass in einer modernen und zivilisierten Gesellschaft kein Platz für Intoleranz und Gewalt ist. Und die Botschaft wird ausgesandt, dass alle im Glauben vereint sind, egal welcher Religion man angehört.

Bartel bettet eine eigene Spendenaktion in seine Teilnahme an dem Lauf ein. Er sammelt für eine Solaranlage auf der Schule der kenianischen Marathonläuferin Tegla Loroupe, die 1999 den Berlin-Marathon gewonnen hatte. Bartel: „Die eigentlich gut verdienende Spitzenathletin wurde von ihrem deutschen Manager (sagen wir es mal harmlos) ,schlecht beraten‘. Mit dem übrig gebliebenen Geld gründete sie dennoch in ihrem Heimatort Kapenguria unweit der Grenze zu Uganda die ,Peace and Leadership School‘. Über den üblichen Bildungskanon hinaus bietet diese Schule Mädchen Schutz vor Missbrauch, Zwangsheirat und Genitalverstümmelung.“

Dazu hat der frühere Mathelehrer des Humboldt-Gymnasiums, der immer wieder Geld für soziale Zwecke locker gemacht hatte (2006 etwa spendete er 10.000 Euro für den Bau einer Schule für Aids-Waisen in Sambia), Flyer in Frohnau mit der Bitte um eine Spende verteilt – und war dabei nicht nur auf Verständnis gestoßen. „Die evangelischen Pfarrer der Johanneskirche haben auf meine Anfrage nach Bewilligung eines Werbestands auf dem Kirchenvorplatz nicht reagiert“, sagt er. „Der katholische Pfarrer war dagegen kooperativ. Zum ,Ausgleich‘ hat mich einer seiner Kirchgänger beleidigt und mir die Informationsflyer vor die Füße geworfen.“

Bartel selbst will für jede Etappe in Deutschland, die er komplett von Etappenziel zu Etappenziel mit seinem Kickbike durchrollen kann, jeweils 100 Euro auf das Spendenkonto für die Solaranlage auf Teglas Schule überweisen. Na dann, viel Spaß beim Rollern. bek

Letzte Änderung am Freitag, 05 Mai 2017 08:54

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Integrationsprojekt läuft weiter

Reinickendorf – Gute nachbarschaftliche Beziehungen, ein friedliches Zusammenleben im Kiez und respektvolles Miteinander – auch die zweite Maleraktion des Integrationsprojekts „Zwischen Himmel und Erde“ ist nun erfolgreich abgeschlossen. Flüchtlinge haben in gemeinsamer Arbeit mit Freiwilligen aus der Baptistengemeinde Schulräume in der Reginhardt-Grundschule gestrichen. Von Mitte Mai bis Anfang Juni verschönerten sie so das Souterrain der Schule. Insgesamt sechs Räume und ein Flur erhielten neue Farbe. In den Sommerferien plant das Projektteam, eine weitere Schule im Märkischen Viertel zu renovieren. Das Projekt wird unter anderem aus Mitteln des Masterplans Integration und Sicherheit des Berliner Senats gefördert.

PC-Raum neu gestaltet

Lübars – Mit der Unterstützung des Bezirksamtes sowie ehrenamtlich Engagierter wurde der PC-Raum des Senioren-Freizeitclubs Lübars neu gestaltet. Dafür wurden neun Computer neu verkabelt, die Software auf den modernsten Stand gebracht und Vor­aussetzungen für ein serverbasiertes Netzwerk geschaffen. „Wir haben unsere eigene Cloud“, sagte Rolf Antkowiak, der zweimal wöchentlich im Club ehrenamtlich als Administrator wirkt.

10. Kiezfest Tegel-Süd

Tegel – „Tegel Süd tut gut“ – unter diesem Motto findet am 8. Juli das 10. Kiezfest Tegel-Süd statt. Von 13 bis 18 Uhr wird in der Sterkrader Straße ein Bühnenprogramm geboten, bei dem sich die unterschiedlichsten Menschen und Einrichtungen präsentieren – dabei sind auch die Havel-Müller-Grundschule, die Tageszentren Tegel-Süd sowie das metronom.

Öffnungszeiten Ehrenamtsbüro

Wittenau – Das Ehrenamtsbüro im Rathaus Reinickendorf, Eichborndamm 215, Raum 26, hat montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 12 Uhr sowie dienstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Hier können sich Ehrenamtsinteressierte über die verschiedenen Möglichkeiten informieren, wie man sich im Bezirk engagieren kann. Außerdem können Reinickendorfer die Mitarbeiter unter Tel. (030) 90294-5108 und ehrenamtsbuero@web.de erreichen.

Chorkonzert, Bläserklänge und Offenes Singen

Tegel – Am 9. Juli erwarten Konzertbesucher um 16 Uhr in der Dorfkirche Alt-Tegel festliche Klänge für Chor, Bläser, Orgel und mitsingende Konzertbesucher. Die Kantorei und das Bläserensemble Tegel treten unter der Leitung von Heidemarie und Markus Fritz auf. Im Anschluss laden Pfarrer und Kirchenmusiker aus Reinickendorf im Rahmen der Reihe „Selber Singen“ zu einem Offenen Singen ein. Es findet ab zirka 17 Uhr am Tegeler See statt. Treffpunkt ist die rote Telefonzelle an der Greenwichpromenade. Mitwirken werden unter anderem Bläser und Chöre des Kirchenkreises Reinickendorf unter der Leitung von Kreisposaunenwartin Sabine Schmidt und Kreiskantor Jörg Walter. Die Moderation übernimmt Pfarrerin Ute Sauerbrey.

Kiezfest Rund um die Auguste

Reinickendorf – Bereits zum 17. Mal findet am 8. Juli das Kiez-Fest „Rund um die Auguste“ statt, bei dem von 14 bis 18 Uhr auf dem Gelände hinter der Segenskirche, Auguste-Viktoria-Allee 17, ein von Kindern und Jugendlichen gestaltetes Bühnenprogramm, ein Graffiti-Workshop, Torwandschießen und vieles mehr geboten wird.

Stadtteilspaziergang in Alt-Wittenau

Wittenau – Spannende Geschichten über Alt-Wittenau können Groß und Klein beim Stadtteilspaziergang am Montag, 3. Juli, hören. Kulturwissenschaftlerin Jana Ritter wird von 16 bis 17 Uhr die Geschichte des Kiezes erlebbar machen. Wer mitspazieren möchte, kommt zur Evangelischen Familienbildungsstätte in den Spießweg 7-9. Um eine Anmeldung im Büro, Alt-Wittenau 73, Tel. (030) 81 46 49 47 oder 0176-43 25 04 18 wird gebeten. Die Kosten betragen vier Euro.

Besuch der Medina-Moschee

Märkisches Viertel – Die Apostel-Johannes-Gemeinde lädt am 7. Juli Interessierte um 13 Uhr dazu ein, die neue Medina-Moschee, Finsterwalder Straße 4, zu besuchen und das Freitagsgebet auf Türkisch und Deutsch zu erleben. Anschließend können Fragen gestellt werden, und außerdem wird das neue islamische Kulturhaus erläutert. Anmeldung bei Dirk Stratmann unter Tel. (030) 4000 9666 oder per E-Mail an stratmann-berlin@t-online.de