Licht am Ende des Tunnels?

Das Thema bewirkt Interesse, auch bei Reinickendorfern. Das Thema bewirkt Interesse, auch bei Reinickendorfern. Foto: ks

Märkisches Viertel/Tegel – Carola Brauner aus Tegel steht mitten im Leben, ist Mutter von drei Kindern. Bei der Geburt ihres ersten Kindes gibt es Komplikationen, eine Notenbindung unter Narkose muss helfen. Über dieses Ereignis berichtet sie Folgendes: „Ich sah mich selbst von oben, dann war ich in einem Tunnel, wurde ins Weltall geworfen“. Mit einem Wesen, das aus dem Nebel auftauchte, hätte sie „ein wundervolles Gespräch“ geführt. Dann sei sie ins Leben zurück geschubst worden.

Carola Brauner ist mit ihrer so genannten Nahtoderscheinung nicht alleine. Nicht wenige Menschen berichten von ähnlichen Erlebnissen am Übergang zwischen Leben und Tod. In Reinickendorf existiert eine Selbsthilfegruppe, die sich mit diesem Phänomen auseinandersetzt. Sie trifft sich alle zwei Monate, jeweils am ersten Freitag, im Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum des Unionhilfswerkes (UHW), Eichhorster Weg 32. Zurzeit sind es elf Betroffene, die ihre Nahtod- und Komaerfahrungen austauschen. Sie versuchen, daraus Konsequenzen für ihr weiteres Leben zu ziehen. „Wir wollen die Treffen in Zukunft offener gestalten“, berichtet Mitorganisator Christoph Röll. Jeder sei eingeladen, etwa auch Angehörige, die sich mit Sterbehilfe konfrontiert sehen.

Wie groß das Interesse an dem Thema außerkörperlicher Erfahrungen ist, belegt eine Diskussionsveranstaltung am letzten Dienstag im April. Rund 50 Interessierte sind an diesem Abend in die UHW-Begegnungsstätte gekommen. Der Mediziner Dr. Sascha Plackov ist als Referent geladen. Er hat sich intensiv mit dem Nahtod beschäftigt, gibt den Zuhörern Einblicke in seine Forschung auf diesem Gebiet. „Ich habe viele Gespräche mit Menschen geführt, die den Tod gekostet haben“, so der Facharzt für Arbeitsmedizin wörtlich. Als einen Grund nennt Plackov die moderne Notfallmedizin. In Anbetracht der heutigen Möglichkeiten können Ärzte immer mehr Menschen vor dem Tod bewahren beziehungsweise ins Leben zurückholen.

„Irgendwann zwischen dem Herzstillstand und dem Hirntod passiert es“, erklärt der Mediziner, wenn er den Zeitraum der Nahtoderscheinungen definiert. Befragte würden oft erzählen, dass sie ihren Körper verlassen, sich aus der Höhe sehen. Viele hätten sich etwa im Operationssaal von oben beobachtet. Plackov nennt als Beispiel den Fall von Pamela Reynolds aus den USA, die trotz Vollnarkose alle Details und Gespräche bei ihrer Operation exakt wiedergegeben habe. Oft sei zudem von einem Tunnel mit einem Licht am Ende die Rede, außerdem von Wesen, die einem an die Hand nehmen. Die Frage, ob dies Trugbilder, Funktionsstörungen oder Träume sind, beantwortet Plackov für sich mit einem klaren Nein. Für ihn sind es reale Bilder an der Schwelle ins Jenseits. ks

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Selbsthilfegruppe für Menschen mit Essproblemen

Tegel – Seit dem 1. Juni gibt es in Tegel eine neue Gruppe von Overeaters Anonymous. Diese Selbsthilfegruppen für Menschen, die mit dem Essen Probleme haben, trifft sich immer donnerstags um 18.45 Uhr im Gemeindehaus der Pfarrkirche Herz-Jesu, Brunowstraße 37. Weitere Infos unter Tel. (030) 44049461 oder www.overeatersanonymous.de

Abschiebung nach Afghanistan

Wittenau – Der Situation afghanischer Geflüchteter in Berlin widmet sich am 19. Juni Omed Arghandiwal in einem Vortrag, der im Hermann-Ehlers-Haus, Alt-Wittenau 71, um 18 Uhr stattfindet. Außerdem geht er auf den Einfluss der Innen- und Asylpolitik hinsichtlich der Situation der Geflüchteten ein. Arghandiwal ist Projektleiter für den Verein Yaar, der Flüchtlinge aus Afghanistan berät.

Alt-Reinickendorfer Abendmusik

Reinickendorf – Alt-Reinickendorfer Abendmusik erklingt am 17. Juni um 17 Uhr in der Dorfkirche Alt-Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 21, unter der Leitung von Cornelia Gehlmann-Dinca. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Konzerte Dorfkirche Lübars

Lübars – Internationaler Besuch kommt in die Dorfkirche Lübars, Alt-Lübars 24. Der Chor der Salzburger Kirche aus Gusev/Gumbinnen in Kaliningrad wird in der Kirche am 18. Juni um 17 Uhr ein Konzert geben, bei dem russische Volkslieder und geistliche Musik dargeboten werden. Der Eintritt ist frei. Am 25. Juni findet in der Kirche unter dem Titel „Kinder Abrahams“ eine Veranstaltung statt, bei der gesungen sowie gebetet, geschrien sowie gejauchzt wird – und das auf Deutsch, Latein, Hebräisch und Arabisch. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Junges Kammerorchester feiert Jubiläum

Tegel – Mit einem Jubiläumskonzert feiert feiert das Junge Kammerorchester Reinickendorf am 25. Juni um 17 Uhr sein 60-jähriges Bestehen in der Dorfkirche Alt-Tegel. Bei diesem Konzert werden die zwei Gewinnerkompositionen präsentiert, die beim Kompositionswettbewerb, den das Orchester anlässlich des Jubiläums ausgeschrieben hatte, ausgewählt worden sind. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Ehrenamt statt Arbeitslosigkeit

Bezirk – Für das Projekt „Industriespaziergänge in Reinickendorf“ sucht das Wirtschaftsarchiv Freiwillige, die wirtschaftsgeschichtlich interessante Orte nach Vorgabe abgehen und fotografieren. Gesucht sind Reinickendorfer Arbeitslose. Weitere Infos unter Tel. (030) 4119 0698 oder www.bb-wa.de sowie an mailbb-wa.de