Ein offenes Ohr und Zuspruch

Maria Luzia Roth, Hedda Bähr, Christel Weber und Pfarrerin Gabriele Smend (v. l.) besuchen Patienten im Humboldt-Klinikum. Maria Luzia Roth, Hedda Bähr, Christel Weber und Pfarrerin Gabriele Smend (v. l.) besuchen Patienten im Humboldt-Klinikum. Foto: hb

Borsigwalde – „Guten Tag. Ich komme vom Krankenhaus-Besuchsdienst.“ Mit diesen Worten begrüßt Christel Weber die Patienten in den Krankenzimmern im Humboldt-Klinikum. Die Reaktionen? Einige drehen sich weg, andere fragen, ob das was mit Kirche zu tun hat und wieder andere beginnen gern ein Gespräch mit ihr, auch wenn es schon mal mit dem Satz beginnt: „Na, wenn Sie nichts anders zu tun haben, dann komm Sie mal zu mir!“

Die 20 Frauen und zwei Männer des Besuchsdienstes leisten im Humboldt-Klinikum Bemerkenswertes. Sie kommen Woche für Woche für einige Stunden auf die Stationen und schenken den kranken Menschen ihre Zeit, wenn diese jemanden zum Zuhören benötigen, eine Ermutigung, einen Zuspruch oder einfach nur ein Gespräch. Und sie tun das ehrenamtlich – ohne Bezahlung, in ihrer Freizeit. Die Frauen und Männer vom Besuchsdienst haben für das Zeit, wofür die Schwestern kaum noch welche haben: Sie kümmern sich um das seelische Wohlbefinden der Patienten.

„Auf der Station, die ich betreue, höre ich viel Kummervolles von älteren Menschen. Ich versuche dann, einfach nur zuzuhören und bei speziellen Fragen den Sozialdienst zu aktivieren“, erzählt Weber. Die 76-Jährige ehemalige Erzieherin gehört seit zehn Jahren zum Besuchsdienst, ebenso wie die ehemalige Hebamme Hedda Bähr. „Ich nehme mir zirka eine halbe Stunde Zeit für die Patienten, sitze bei ihnen am Bett oder gehe mit ihnen ein Stück spazieren“, sagt die 78-Jährige. „Ihnen hilft es, mit einer fremden Person über ihre Sorgen zu sprechen, um die Familie nicht zu belasten. Es entlastet sie, sich die Dinge von der Seele zu reden, und manche packen dann ihr ganzes Leben auf den Tisch.“

„Es gibt nur wenige Krankenhäuser, die einen ehrenamtlichen Besuchsdienst haben“, weiß die Krankenhaus-Seelsorgerin und Pfarrerin Gabriele Smend, bei der die Organisation liegt. Nicht ohne Grund, denn der Besuchsdienst hat schon etwas mit Kirche zu tun und heißt offiziell ökumenische Krankenhaus-Seelsorge.

Zur Verstärkung des Teams werden immer Mitstreiter gesucht, denn noch können nicht alle Stationen des Klinikums regelmäßig besucht werden. Wer einmal in der Woche etwas Zeit verschenken kann und bereit ist, zuvor eine Ausbildung zu absolvieren, sollte Pfarrerin Smend unter (030) 130 12 13 61 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kontaktieren. Die Arbeit ist ehrenamtlich und unabhängig von einer Konfessionszugehörigkeit. hb

Letzte Änderung am Freitag, 12 Mai 2017 11:58

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Informationen zur Vorsorgevollmacht

Reinickendorf – Die CDA-Reinickendorf (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Deutschlands) lädt zu einem Vortrag zum Thema „Betreuungs- und Vorsorgevollmacht“ ein. Rechtsanwalt und Notar Andreas Gram informiert über diese Vollmachten, die eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglichen, auch wenn man seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Der Vortrag findet am Freitag, 11. August, 18 Uhr, im großen Saal der Seniorenwohnanlage Lange-Schucke-Stiftung im Büdnerring 48 statt.

Waidmannsluster Ehrenamtspreis

Waidmannslust – Ehrenamt hat viele Gesichter, auch in Reinickendorf. Deswegen stiftet der Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen jährlich den Waidmannsluster Ehrenamtspreis, der gesellschaftliches Engagement auszeichnet. Im vergangenen Jahr wurde der Förderkreis der Königin- Luise-Kirche ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr können Einzelpersonen oder Vereine in Waidmannslust vorgeschlagen werden. Wer eine Einzelperson oder einen Verein kennt, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich engagieren, schreibt an kontakt@ tim-zeelen.de oder Tim-Christopher Zeelen, MdA, Bürgerbüro, Brunowstraße 51, 13507 Berlin.

Beratungsstelle jetzt barrierefrei

Borsigwalde – Jahrelang war die Schuldner- und Insolvenzberatung des Deutschen Familienverbandes nicht barrierefrei erreichbar. Die Räume in einem Nebenflügel des Jobcenters in der Miraustraße 54 waren nur über eine Treppe zugänglich. Für ältere Menschen mit Rollator, Eltern mit Kinderwagen und gehbehinderte Menschen war das ein echtes Hindernis. Als Zwischenlösung boten die Mitarbeiter der Beratungsstelle Außentermine an. Das war aber mit großem Zeitaufwand verbunden. Der CDU-Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen regte an, einen Raum aus dem Hauptgebäude des Jobcenters mit zu nutzen. Diese Anregung wurde nun umgesetzt. Das Jobcenter stellt der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle einen barrierefreien Beratungsraum zur Verfügung. „Ich freue mich, dass dieser Service nun problemlos von allen Reinickendorfern genutzt werden kann,“ sagt der Abgeordnete.

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