60 Jahre Einschulung

Die ehemaligen Schüler der Hermann-Schulz-Schule (jetzt Max-Beckmann-Oberschule) Die ehemaligen Schüler der Hermann-Schulz-Schule (jetzt Max-Beckmann-Oberschule) Foto: at

Reinickendorf – Ein ungewohntes Bild vor der Max-Beckmann-Oberschule: Etwa 30 Mittsechziger stehen Ende April mit Fotoapparat, Smartphone oder iPad vor dem Schultor und reden aufgeregt miteinander. Das kennen Matthias Holtmann, der Direktor der Schule, und Lehrer Karl Drews eigentlich nur von ihren Schülern, die im Schnitt fünfzig Jahre jünger sind. Aber vielleicht liegt es daran, dass die Gruppe im gesetzteren Alter auch mal Mitschüler waren und dass die Schule, vor der sie stehen, genau die ist, in die sie vor 60 Jahren eingeschult wurden. Damals hieß die Schule noch Hermann-Schulz-Schule, und damals wurde man noch im Frühjahr und nicht im September eingeschult. „Drei erste Klassen mit je 44 Kindern gab es 1957“, erinnert sich Dieter Liebchen. Der 85-Jährige, der inmitten der anderen Ehemaligen kaum altersmäßig auffällt, war einer der Lehrer der ersten Klassen und unterrichtete bis 1971 an der Schule.

Da die drei Klassen durch die geburtenstarken Jahrgänge viel zu voll waren, wurden die Schüler auf vier Klassen aufgeteilt. Nach der sechsten Klasse wechselten sie alle entweder zum praktischen Zweig, vergleichbar mit der Hauptschule, zum technischen Zweig, dieser entspricht der Realschulausbildung, oder zum wissenschaftlichen Zweig, was mit dem Gymnasium vergleichbar ist. Schon damals sind ihre Wege in ganz verschiedene Richtungen auseinander gegangen und es ist wohl vor allem dem Engagement des achtköpfigen Organisationskomitees zu verdanken, dass von den rund 130 Schülern, die 1957 hier eingeschult wurden, immerhin knapp ein Drittel hier ist. Viele wohnen noch in Berlin und im Umland, aber die wenigsten in Reinickendorf. Sogar aus Norwegen wollte ein ehemaliger Mitschüler anreisen, der leider dann erkrankte. Es ist nicht ihr erstes Zusammentreffen, der Kontakt wurde über die Jahre gehalten, aber es ist ihr erster gemeinsamer Schulbesuch. Bevor es allerdings in die Schule ging, wurde die Ehrentafel am Hermann-Schulz-Gedenkstein in Anwesenheit von Emine Demirbürken-Wegner, die den Wahlkreis Reinickendorf 2 im Abgeordnetenhaus vertritt, sowie Henry Mazatis von der SPD-Fraktion in der BVV feierlich von Matthias Holtmann enthüllt. Der Namensgeber der alten Schüler war ein engagierter Lehrer, der den Nationalsozialismus bekämpfte und 1942 in Gestapo-Haft verstarb. Richtig aufgeklärt wurden die Umstände des Todes bisher nicht. Obwohl die Schule nicht mehr seinen Namen trägt – es gibt aber in der Nähe die Hermann-Schulz-Grundschule – soll mit diesem Gedenkstein an den ehemaligen Namenspatron erinnert werden.

Beim anschließenden Rundgang über den Schulhof und durch das Schulhaus wurde eifrig diskutiert, welche Räume zu ihrer Zeit wo waren, und natürlich wurden dabei auch allerlei Anekdoten zum Besten gegeben. Eines hatte sich nach Ansicht der meisten kaum verändert – die Aula. Hier verweilte die Gruppe dann auch länger, und Matthias Holtmann ergriff die Gelegenheit, noch einmal aus dem heutigen Schulleben und den Besonderheiten der Max-Beckmann-Schule zu erzählen. Alle, die noch mehr erfahren und sich mit anderen ehemaligen Schülern austauschen möchten, wurden auch gleich zum nächsten Ehemaligentreffe am 19. Mai eingeladen. Aber auch die Ex-Erstklässler hatten sich was für den Direktor einfallen lassen. Michael Zolldann, der mit sieben anderen Ex-Mitschülern das Treffen organisierte, hielt eine amüsante Rede im Loriot-Stil und überreichte Holtmann eine selbstgestaltete Fibel, die sich an ihre alte Fibel aus der ersten Klasse anlehnte.

klassentreffen 077Michael Zolldann (l.) übergab Matthias Holtmann eine selbstgebastelte Fibel. Foto: at

„Die musste man damals noch selbst ausmalen“, erzählt Lehrer Liebchen. Damit es schneller ging und mehr Stoff vermittelt werden konnte, half er anfangs noch mit und malte sie abends mit seiner Familie vor. Daran erinnern sich die ehemaligen Erstklässler natürlich nicht mehr – aber daran, dass sie hier in der Hermann-Schulz-Schule eigentlich eine ganz gute Zeit hatten, auf jeden Fall. at

Letzte Änderung am Freitag, 26 Mai 2017 10:11

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Meldungen kurz & knapp

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Informationen zur Vorsorgevollmacht

Reinickendorf – Die CDA-Reinickendorf (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Deutschlands) lädt zu einem Vortrag zum Thema „Betreuungs- und Vorsorgevollmacht“ ein. Rechtsanwalt und Notar Andreas Gram informiert über diese Vollmachten, die eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglichen, auch wenn man seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Der Vortrag findet am Freitag, 11. August, 18 Uhr, im großen Saal der Seniorenwohnanlage Lange-Schucke-Stiftung im Büdnerring 48 statt.

Waidmannsluster Ehrenamtspreis

Waidmannslust – Ehrenamt hat viele Gesichter, auch in Reinickendorf. Deswegen stiftet der Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen jährlich den Waidmannsluster Ehrenamtspreis, der gesellschaftliches Engagement auszeichnet. Im vergangenen Jahr wurde der Förderkreis der Königin- Luise-Kirche ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr können Einzelpersonen oder Vereine in Waidmannslust vorgeschlagen werden. Wer eine Einzelperson oder einen Verein kennt, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich engagieren, schreibt an kontakt@ tim-zeelen.de oder Tim-Christopher Zeelen, MdA, Bürgerbüro, Brunowstraße 51, 13507 Berlin.

Beratungsstelle jetzt barrierefrei

Borsigwalde – Jahrelang war die Schuldner- und Insolvenzberatung des Deutschen Familienverbandes nicht barrierefrei erreichbar. Die Räume in einem Nebenflügel des Jobcenters in der Miraustraße 54 waren nur über eine Treppe zugänglich. Für ältere Menschen mit Rollator, Eltern mit Kinderwagen und gehbehinderte Menschen war das ein echtes Hindernis. Als Zwischenlösung boten die Mitarbeiter der Beratungsstelle Außentermine an. Das war aber mit großem Zeitaufwand verbunden. Der CDU-Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen regte an, einen Raum aus dem Hauptgebäude des Jobcenters mit zu nutzen. Diese Anregung wurde nun umgesetzt. Das Jobcenter stellt der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle einen barrierefreien Beratungsraum zur Verfügung. „Ich freue mich, dass dieser Service nun problemlos von allen Reinickendorfern genutzt werden kann,“ sagt der Abgeordnete.

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