Stromfresser im Visier

Stefan Becker hat einige Energiespargeräte wie LED-Lämpchen in seinem Büro. Stefan Becker hat einige Energiespargeräte wie LED-Lämpchen in seinem Büro. Foto: bek

Reinickendorf – „Stromspar-Check. Kann ich. Mach ich. Find ich gut.“ So steht es auf einem gemeinsam von der Caritas und dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e.V. herausgegebenen Flyer. Wer Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld, eine geringe Rente oder Kinderzuschlag bezieht, oder wer ein Einkommen unter dem Pfändungsfreibetrag hat, der kann am sogenannten Stromspar-Check teilnehmen. Ein Nachweis darüber ist nötig, dann kann es losgehen. „Warmwasser und alte Kühlschränke sind die größten Stromfresser“, sagt Stefan Becker, der das Projekt für Berlin zusammen mit Sven Schoß bei der Caritas an der Residenzstraße koordiniert.

Seit 2008 gibt es das Angebot deutschlandweit, gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und die Nationale Klimaschutz- Initiative. In Berlin kommen seitdem rund 2.000 Haushalte jährlich in den Genuss dieser kostenfreien Beratung. In Reinickendorf sind es 400 bis 500 Haushalte. Und jeder wird von den berlinweit rund 50 Mitarbeitern der Caritas zweimal besucht.

Die Stromspar-Checker überprüfen beim ersten Besuch den Stromverbrauch und geben erste Tipps, wie Strom und damit bares Geld gespart werden können. Bei einem zweiten Besuch gibt es kostenlose Soforthilfen wie Energiespar- und LED-Lampen, schaltbare Steckdosenleisten, TVStandby- Abschalter, Zeitschaltuhren und Strahlregler für Wasserhähne, die nach Bedarf auch sofort montiert werden. Die Energiesparartikel können einen Wert von bis zu 70 Euro haben. Darüber hinaus erhalten die Kunden einen individuellen Stromspar-Fahrplan und qualifizierte Tipps, wie der Stromverbrauch mit einfachen Mitteln weiter reduziert werden kann.

Die Stromsparhelfer sind für diese Beratung umfassend qualifiziert. Über 100 Stunden Schulung und die tägliche Arbeitspraxis machen sie zu erfahrenen Ratgebern, die dabei helfen, Energie zu sparen. Als ehemalige Langzeitarbeitslose kennen sie die Alltagsprobleme von Haushalten mit geringem Einkommen aus eigener Erfahrung.

Als größter Stromfresser gilt die elektrische Warmwasseraufbereitung. Aber auch ein in die Jahre gekommener Kühlschrank kann die Energie- Rechnung in die Höhe treiben. Auch hier können die Stromspar-Checker für Abhilfe sorgen. Ist das Gerät älter als zehn Jahre, wird eine Langzeitmessung vorgenommen. Die dauert eine Woche. Stellt sich heraus, dass mit einem neuen A+++-Kühlgerät im Jahr mindestens 200 kWh im Jahr eingespart werden, dann gibt es einen Gutschein über 150-Euro für den Erwerb eines Neugerätes und die Entsorgung des alten Energiefressers.

Das Angebot gilt für den Austausch von Kühlschränken, Kühlgefrier- Kombinationen, Gefriertruhen und Gefrierschränken. Das Neugerät sollte im Nutzungsvolumen nicht größer und in seiner Bauart vergleichbar mit dem alten Gerät sein. Also: Wer zu den finanziell Benachteiligten gehört und bei Strom, Wasser oder Heizung sparen will, der sollte Kontakt mit den Stromspar-Checkern aufnehmen. Alles Wichtige dazu findet man unter www. stromsparcheck.de oder bei facebook.com/stromsparcheck. bek 

Letzte Änderung am Donnerstag, 08 Juni 2017 09:07

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Selbsthilfegruppe für Menschen mit Essproblemen

Tegel – Seit dem 1. Juni gibt es in Tegel eine neue Gruppe von Overeaters Anonymous. Diese Selbsthilfegruppen für Menschen, die mit dem Essen Probleme haben, trifft sich immer donnerstags um 18.45 Uhr im Gemeindehaus der Pfarrkirche Herz-Jesu, Brunowstraße 37. Weitere Infos unter Tel. (030) 44049461 oder www.overeatersanonymous.de

Abschiebung nach Afghanistan

Wittenau – Der Situation afghanischer Geflüchteter in Berlin widmet sich am 19. Juni Omed Arghandiwal in einem Vortrag, der im Hermann-Ehlers-Haus, Alt-Wittenau 71, um 18 Uhr stattfindet. Außerdem geht er auf den Einfluss der Innen- und Asylpolitik hinsichtlich der Situation der Geflüchteten ein. Arghandiwal ist Projektleiter für den Verein Yaar, der Flüchtlinge aus Afghanistan berät.

Alt-Reinickendorfer Abendmusik

Reinickendorf – Alt-Reinickendorfer Abendmusik erklingt am 17. Juni um 17 Uhr in der Dorfkirche Alt-Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 21, unter der Leitung von Cornelia Gehlmann-Dinca. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Konzerte Dorfkirche Lübars

Lübars – Internationaler Besuch kommt in die Dorfkirche Lübars, Alt-Lübars 24. Der Chor der Salzburger Kirche aus Gusev/Gumbinnen in Kaliningrad wird in der Kirche am 18. Juni um 17 Uhr ein Konzert geben, bei dem russische Volkslieder und geistliche Musik dargeboten werden. Der Eintritt ist frei. Am 25. Juni findet in der Kirche unter dem Titel „Kinder Abrahams“ eine Veranstaltung statt, bei der gesungen sowie gebetet, geschrien sowie gejauchzt wird – und das auf Deutsch, Latein, Hebräisch und Arabisch. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Junges Kammerorchester feiert Jubiläum

Tegel – Mit einem Jubiläumskonzert feiert feiert das Junge Kammerorchester Reinickendorf am 25. Juni um 17 Uhr sein 60-jähriges Bestehen in der Dorfkirche Alt-Tegel. Bei diesem Konzert werden die zwei Gewinnerkompositionen präsentiert, die beim Kompositionswettbewerb, den das Orchester anlässlich des Jubiläums ausgeschrieben hatte, ausgewählt worden sind. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Ehrenamt statt Arbeitslosigkeit

Bezirk – Für das Projekt „Industriespaziergänge in Reinickendorf“ sucht das Wirtschaftsarchiv Freiwillige, die wirtschaftsgeschichtlich interessante Orte nach Vorgabe abgehen und fotografieren. Gesucht sind Reinickendorfer Arbeitslose. Weitere Infos unter Tel. (030) 4119 0698 oder www.bb-wa.de sowie an mailbb-wa.de