Die Gefühle fahren Achterbahn

Dieses Kinderbuch verfassten zwei Ärzte aus dem Humboldt-Klinikum. Dieses Kinderbuch verfassten zwei Ärzte aus dem Humboldt-Klinikum.

Borsigwalde – Zwei Ärzte aus dem Humboldt-Klinikum haben ein Buch für Kinder geschrieben, in dem sie die bipolare Erkrankung ihrer Eltern erklären. Denn gerade kleine Kinder kommen mit den extremen Stimmungsschwankungen, die mit dieser psychischen Krankheit einhergehen, nur schwer zurecht. Mama oder Papa lachen und spielen plötzlich nicht mehr, bleiben bis mittags im Bett, können kaum den Alltag bewältigen und sind ständig tieftraurig. Wochen später sind sie genau das Gegenteil: Sie sind unverhältnismäßig laut, aufgedreht, schlafen kaum und machen verrückte Sachen.

Im Buch „Papa Langohr und die Achterbahnkrankheit“ klären Prof. Dr. Stefanie Krüger und Dr. Daniel Illy humorvoll und in kindgerechter Sprache über bipolare Erkrankungen auf. Sie erzählten die Geschichte der Hasenfamilie Langohr, die ihren Papa nicht mehr versteht. Von einem Tag auf den anderen verändert er sich. Er bemalt plötzlich die Eier in der Ostereierfabrik mit ganz eigenartigen Mustern, erschreckt, verkleidet als Wolf, das ganze Dorf und sitzt die ganze Nacht im Wohnzimmer und liest sehr viele Zeitschriften und Bücher.

Einige Wochen später dann ist er das komplette Gegenteil. Er bemalt einige Eier vollständig schwarz, liegt später den ganzen Tag im Bett, weint, sagt kein Wort und tut gar nichts mehr. Die Hasenkinder Susi und Tim sorgen sich um ihren Papa und wissen nicht, was mit ihm los ist. Schließlich ergreift die Hasenmutter die Initiative und schickt Papa Langohr zu Doktor Uhu, der bei ihm die Achterbahnkrankheit feststellt. Der Mediziner erklärt den Kindern die Stimmungsschwankungen ihres Papas so: „Er fährt mit seiner Laune wie auf einer Achterbahn.“ Dr. Uhu verschreibt dem kranken Hasenpapa Medikamente und trifft sich mit ihm einmal in der Woche zu Gesprächen. Und irgendwann ist Papa Langohr fast so wie früher.

Die Autorin Prof. Dr. Stefanie Krüger leitet das Zentrum für Seelische Frauengesundheit am Vivantes Humboldt Klinikum, und Dr. Daniel Illy ist als Arzt in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik tätig. Beide arbeiten täglich mit Patienten, die an der „Achterbahnkrankheit“, wie sie im Buch für die Kinder verständlich bezeichnet wird, erkrankt sind. Die Bilder zeichnete Wolfgang Krüger.

Früher bezeichnete man diese schwere psychische Erkrankung als manische Depression, denn die Betroffenen durchlaufen manische wie depressive Phasen. In der Manie, der Hochphase, sind sie überaktiv und euphorisch. In der darauf folgenden Depression kämpfen sie mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit und Traurigkeit. Die Stimmungsschwankungen treten in Episoden auf und dauern meist jeweils mehrere Wochen. Gerade für Familien ist die Krankheit eine große Belastung, da vor allem kleine Kinder sich die Stimmungsschwankungen der Eltern nicht erklären können und sich die Schuld dafür geben.

Das Buch klärt auch darüber auf – keiner trägt die Schuld, auch der Betroffene nicht. „Papa Langohr und die Achterbahnkrankheit“ ist nicht im Handel erhältlich, sondern nur in der Psychiatrischen Institutsambulanz. hb

Psychiatrische Institutsambulanz 
im Vivantes Humboldt-Klinikum
Am Nordgraben 2, 13509 Berlin

Öffnungszeiten: 
Montag, Dienstag 9 - 13 Uhr und 14 - 18 Uhr
Mittwoch - Freitag 8 - 13 Uhr und 14 - 16 Uhr
Tel. (030) 130 12 2429



Letzte Änderung am Donnerstag, 08 Dezember 2016 11:27
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Israelische Baketballer zu Gast

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