Vom Eishockey zum Floorball

Da geht’s lang: Michaela Hildebrandt zeigt auch als Trainerin immer vollen Einsatz. Da geht’s lang: Michaela Hildebrandt zeigt auch als Trainerin immer vollen Einsatz. Foto: bek

Tegel – Michaela Hildebrandt war ein Teenager, als sie auf Schlittschuhen und mit einem Eishockeyschläger dem Puck nachjagte. Damen-Eishockey steckte noch in den Kinderschuhen – und außerdem konnte dieser harte Männersport doch unmöglich auch etwas für das so genannte zarte Geschlecht sein. „Viele meinen, wir kringeln nur so ein bisschen auf dem Eis herum“, hat sie mal gesagt. Die heute als Floorball-Trainerin im VfL Tegel so erfolgreiche 53-Jährige hat das Gegenteil nachdrücklich unter Beweis gestellt.

2007 wurde sie in die Ruhmeshalle des deutschen Eishockeys aufgenommen, im Jahr zuvor hatte sie es als Trainerin zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft gebracht – mit den OSC Eisladies, mit denen sie als Spielerin bereits 1991 Deutsche Meisterin geworden war. Eingang in die „Hall of Fame“ fand sie als erste Frau nach 210 Männern. Plötzlich stand sie auf einer Stufe mit Trainerlegenden wie Xaver Unsinn, Hans Zach oder Hardy Nilsson.

Michaela war vor 40 Jahren mit ihrer besten Freundin Carola Stammgast in der Eissporthalle an der Jafféstraße unter dem Funkturm. Mike Eigen, der Manager der Berliner „Eishasen“, sprach die beiden Freundinnen an. Jetzt wurde Eishockey gespielt. „Meine Idole damals waren die Hinterstocker-Brüder und Georg Holzmann“, sagt Michaela.

Sie startete eine außergewöhnliche Karriere, erzielte in 450 Bundesliga-Spielen 300 Tore. Für den DEC Eishasen, der im Berliner Schlittschuhclub aufging, dann für den OSC. Hier wurde Fraueneishockey auf eine professionellere Ebene gehoben und gewann enorm an Popularität. 1991 wurde Michaela mit dem OSC Deutscher Meister, 1992/93 mit dem DHC Langenthal Vizemeister der Schweiz. 1993/94 spielte sie eine Saison für den DEC Königsbrunn in Bayern, dann kehrte sie nach Berlin zurück. In elf Länderspielen erzielte sie sechs Tore für Deutschland und nahm an der Europameisterschaft 1991 teil.

Raz April2017 Hildebrandt2Lang ist es her: Michaela Hildebrandt in den 1990er Jahren als Spielerin. Foto: privat

Von 2004 bis 2006 war sie Trainerin der OSC Eisladies. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft nahm sie Abschied vom Eishockey. Als Hort-Koordinatorin an der Franz-Marc-Schule in Tegel kam ihr die Idee, Floorball als neue Sportart an der Schule zu etablieren. Früher hieß das Unihockey, „damit bin ich erstmals in der Schweiz in Berührung gekommen.“

2008 gründete sie eine kleine Gruppe von Kindern in der von den Regeln eng ans Eishockey angelehnten Sportart. Die Kinder waren begeistert und erhielten eine solide Grundlagenausbildung. Floorball boomte auch als Vereinssport in einem geordneten Liga-Spielbetrieb. 2011 schloss die Schule mit dem VfL Tegel einen Kooperationsvertrag, „der damalige VfL-Präsident Stefan Kolbe hat das total unterstützt“, so Michaela Hildebrandt. Seit 2012 spielen drei Teams in der Regionalliga Berlin-Brandenburg.

Einige Meistertitel wurden gefeiert, gerade ist die U17 ungeschlagen Berlin-Brandenburg-Meister geworden. „Die Jungs sind so großartig. Als Meister standen wir ja schon fest, aber in den beiden letzten Spielen haben wir noch einmal riesig aufgespielt und den BAT voll weggeputzt. Ich hatte Tränen in den Augen.“

Die Wege werden sich nun bald trennen, die Jungs wechseln in den Erwachsenenbereich. Zuvor aber steht im Mai die Qualifikationsrunde zur Deutschen Meisterschaft in Leipzig an. „Wenn sie da wieder so spielen, dann ist alles drin“, sagt Michaela Hildebrandt. bek

Letzte Änderung am Freitag, 12 Mai 2017 11:56

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Meldungen kurz & knapp

Sport | Vereine | Gesundheit

Neue Intensivstation und therapeutisches Zentrum

Borsigwalde – Am 18. Juli wurde am Vivantes Humboldt-Klinikum Am Nordgraben der Grundstein für einen Erweiterungsbau gelegt. Der Neubau entsteht auf einem Areal rechts neben dem Klinikgebäude und wird auf drei Etagen Platz für 77 Betten haben. Im Erdgeschoss wird ein therapeutisches Zentrum für ambulante und stationäre Patienten eingerichtet. Vor allem neurologische und orthopädische Behandlungen sollen hier durchgeführt werden. Im ersten Stockwerk wird die Intensivstation und im zweiten die Komfortstation für die Frührehabilitation eingerichtet. Das neue Haus soll im zweiten Quartal 2019 fertig sein und kostet Vivantes 28,2 Millionen Euro.

Israelische Baketballer zu Gast

Wittenau – Bezirksbürgermeister Frank Balzer empfing kürzlich die Jugendmannschaft des Basketballclubs Irony aus der israelischen Partnerstadt Reinickendorfs Kiryat Ata in der Nähe von Haifa im Sitzungssaal des Rathauses. Im Rahmen ihres neuntägigen Berlin-Besuchs standen sowohl touristische Höhepunkte als auch Training und Testspiele auf dem Programm. Die 16- bis 17-jährigen Israelis trugen bei ihrem Besuch auch ein Spiel gegen den VfB Hermsdorf aus. Außerdem besuchten sie den Filmpark Babelsberg und nahmen an einer Stadtrundfahrt teil. Die Partnerschaft mit Kiryat Ata existiert nunmehr seit über 40 Jahren. Demnächst werden Auszubildende des Bezirksamtes nach Israel reisen.

Mädchen-Fußball in den Ferien

Lübars – Mädchen und Fußball, das passt nicht zusammen? Dieses Vorurteil hat unsere Frauen-Nationalmannschaft Lügen gestraft. Nun arbeitet der 1. FC Lübars an weiblichem Fußballnachwuchs. Hier können Mädchen der Jahrgänge 2001 bis 2011 in den Ferien Fußball spielen. Jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr bietet der Verein ein lockeres „Spaß“-Training an. Ansprechpartner sind Maja Bogs unter Tel. 0171-3420101 und Rainer Lux unter Tel. 0178-6581825. Trainiert wird auf den Sportplatz in der Schluchseestraße 73-75.

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