Regularien-Alarm am Heiligensee

Der Heiligensee grenzt an die Havel und darf nur von Booten ohne Motor befahren werden. Der Heiligensee grenzt an die Havel und darf nur von Booten ohne Motor befahren werden. Foto: fle

Heiligensee – Man könnte ja meinen, das Baden im Heiligensee sei inzwischen lebensgefährlich. Zumindest, wenn man die Bild-Zeitung am 21. September 2016 gelesen hat. Die Bild berichtete, dass im Heiligensee einem Rentner von einem Wels der „Fuß zerfetzt“ worden wäre. „Er wollte nur schwimmen gehen, und dann versalzte ihm ein Süßwasserfisch den Tag…“. Was sich anhört wie eine Neuauflage des „Weißen Hai“ in Wels-Version, ist bei näherer Betrachtung dann nicht ganz so schlimm. Der Rentner hat eine Wunde davongetragen, aber er hat nach wie vor zwei Füße. „Ja, es gibt größere Welse im Heiligensee“, sagt Andreas Woidtke vom Anglerverein Aufschnitt, „der Fisch wollte nur seine Brut beschützen. Und ein Hechtbiss wäre sicher schlimmer.“

Das „Grauen aus der Tiefe“ wurde auch nur kurz gestreift bei den Heiligenseegesprächen, die am 17. März zum achten Mal im proppenvollen Raum im Vereinsheim der Sauna­freunde am Süderholmer Steig stattfanden. „Beim ersten Mal haben wir noch gedacht: Interessiert das überhaupt jemanden? Jetzt freuen wir uns, wenn wir uns einmal im Jahr sehen“, sagte Anna Voormann von der Eigentümerfamilie. Dem See geht es gut, die üppig wachsenden Wasserpflanzen machten Angeln in Ufernähe zwar unmöglich, aber sorgten für eine extrem gute Wasserqualität.

Raz Maerz2017 2 HeiligenseegespraechDrei Eigentümer des Heiligensees: Max, Michael und Anna Voormann (v.l.) Foto: bek

Im Mittelpunkt aber stand die Kolonie am See. Max Polzin, der „Postmaxe“, zeigte zu Beginn ein kleines Filmchen mit bei einem Drohnenflug entstandenen Aufnahmen aus der Luft. Lutz Wittstock, der 1. Vorsitzende der Kolonie am See, erzählte Wissenswertes aus Vergangenheit und Gegenwart. Die Kolonie entstand von 1926 bis ’33 und war die erste am Heiligensee, die Kolonie am Seebad und die am Ostufer kamen später hinzu. Historische Fotos wurden gezeigt, unter anderem mit Dr. Maximilian Voormann beim Bier in den 1940er Jahren im Lokal Seerose. Damals entstanden die Kolonien aus der Wohnungsnot heraus, es gab bis nach dem 2. Weltkrieg Dauerwohnrecht. „Behelfsheime“ wurden die Lauben auch genannt. Heute sind von den 206 Parzellen in der Kolonie am See noch vier dauerbewohnt. Insgesamt 353 Gartenfreunde kümmern sich auf dem knapp 100.000 Quadratmeter großen Gelände in ihrer Freizeit um ihre Lauben, erfreulicherweise „wieder mit mehr Kindern. Vor Jahren waren wir hoffnungslos überaltert“, sagt Wittstock.

Aber es gibt auch Ärger mit dem Umwelt- und Naturschutzamt. Das lud die Chefs der Kolonie am See im Sommer 2016 zu Gesprächen und teilte Wittstock und dem 1. Kassierer Jürgen Gleischer mit, dass das so genannte Bollwerk an der Badewiese, eine brüchig gewordene Spundwand, weg müsse und es keine Genehmigung für den Bade- und den Bootssteg gebe. „Aber wir haben die Stege immer nur instand gehalten. Und die Spundwand ist auch nicht unser Problem, wir sind nur Mieter“, so Gleischer. „Wir haben nichts Illegales getan, aber wurden behandelt wie Angeklagte.“ Die Gespräche wurden ergebnislos abgebrochen.

Max Voormann beklagte ebenfalls mangelnde Bereitschaft zur Kooperation seitens des Umweltamtes. „Wir als Eigentümer wollten immer mit den Anliegern und den Behörden gemeinsam etwas erarbeiten. Jetzt kreuzen die vom Umweltamt hier rum und haben die Regularien geändert. Wenn sich ein Partner nicht daran hält, ist das kein Partner mehr.“ Vor elf Monaten klang das noch anders. „Nach all den Wirren mit dem Senat sind wir froh über die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt. Herr Schlesinger sagt uns, worauf wir achten sollen“, sagte Max Voormann bei den 7. Heiligenseegesprächen im April 2016. Damals war René Schlesinger übrigens anwesend, diesmal hatte das Umweltamt keinen Vertreter ins Vereinheim der Saunafreunde geschickt. bek

Letzte Änderung am Donnerstag, 13 April 2017 10:10
Mehr in dieser Kategorie: « Bauarbeiten verzögern sich || Ein neues Heim »

RAZ Grundschule Wahl Beruf

Meldungen kurz & knapp

Verkehr | Mobilität | Umwelt

Baumaßnahme

Hermsdorf – Aufgrund der Starkregenereignisse im Juli kam es zu Unterspülungen der Fahrbahn in der Frohnauer Straße in Höhe der Straße Am Dominikusteich. Für die erforderlichen Instandsetzungsarbeiten musste die Frohnauer Straße zwischen Am Dominikusteich und dem Klosterheider Weg voll gesperrt werden. Die Umleitung für den Verkehr erfolgt nun über die Kneippstraße, die Kurhausstraße und den Falkentaler Steigt. Der komplette Abschluss der Instandsetzungsarbeiten und die Freigabe der Straße sind für den 11. August geplant.

Sidebanner