Ein neues Heim

Christian Qualitz, Christoph Hartmann,  Ute Kühne-Sironski, Detlef Leitner und  Anton Kulmus (v.l.) am neuen Storchquartier Christian Qualitz, Christoph Hartmann, Ute Kühne-Sironski, Detlef Leitner und Anton Kulmus (v.l.) am neuen Storchquartier Foto: mvo

Lübars – 1,3 Quadratmeter in luftigen neun Metern Höhe mit Ausblick über Lübars: Diese exklusive Immobilie ist einem ebenso exklusiven Kundenkreis vorbehalten, nämlich Ciconia ciconia, dem Weißstorch.

In diesen Tagen kehren die weiß-schwarzen Vögel aus ihren afrikanischen Überwinterungsquartieren zurück nach Brandenburg, um ihre Jungen aufzuziehen. Berlin steht bisher nur in wenigen Randlagen auf der Liste bevorzugter Wohnquartiere für Meister Adebar. Neben geeigneten Nistplätzen braucht es nahrungsreiche Feuchtwiesen, in denen sich Insekten, Frösche, Echsen und anderes Getier fangen lassen.

All das sollte auch Lübars bieten, fanden die Landwirte Christian Qualitz und Detlef Leitner, die Bezirksverordnete Ute Kühne-Sironski, Christoph Hartmann von der Firma Hartmann Ingenieure GmbH und Anton Kulmus von der NABU Fachgruppe Schäfersee. Gemeinsam haben sie die neue Kinderstube für den Storch auf den Weg gebracht. Schließlich lassen sich die großen Vögel immer wieder auf den Lübarser Wiesen und Weiden beobachten, wenn sie nach dem Mähen nach Essbarem suchen.

Fünf Tonnen Beton hat der Garten- und Landschaftsbaubetrieb von Christoph Hartmann im Boden von Christian Qualitz vergraben, um dem massiven Mast sicheren Halt zu geben. Anton Kulmus hat den Korb mit imposanten 1,30 Meter Durchmesser in Neubrandenburg gekauft und ihn mit Astwerk und Stroh ausgepolstert. Mit weißer Farbe bekleckert, soll er den Eindruck erwecken, schon mal als Nistplatz gedient zu haben, was Störche besonders attraktiv finden.

Die Umgebung hätte Familie Storch so einiges zu bieten. Christian Qualitz betreibt auf insgesamt 60 Hektar unter anderem klassische Heuwirtschaft, um die rund 45 eingestellten Pferde zu versorgen, und so eine Silage-freie Grünwirtschaft wissen nicht nur die Pferde zu schätzen. Passend zum Fototermin fliegen zwei Kraniche ein, und kurz darauf prescht ein Hase über die angrenzende Weide – ein seltener Anblick in einer eher an Kaninchen gewöhnten Großstadt. Seit 350 Jahren bewirtschaftet die Familie Qualitz diesen Hof.

Ute Kühne-Sironski würde den entlang eines beliebten Spazierpfades aufgestellten Mast gerne erklärend beschildern, doch sie fürchtet Vandalismus – allzu häufig seien schon Schilder und Hinweise zerstört worden. Zuletzt hatte es (die RAZ berichtet) den NABU-Lehrpfad in der Silvesternacht getroffen.
Anton Kulmus lässt sich davon nicht schrecken – er möchte gerne weitere Masten für die Lübarser Störche aufbauen und sammelt dafür bereits Spenden. Nun heißt es „Daumen drücken“, damit bald die ersten Störche klappern. mvo

Letzte Änderung am Donnerstag, 13 April 2017 12:28

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