Gemeinsam für den Schäfersee

Die Köpfe hinter dem Heft: Anton Kulmus, Carmen Schiermann, Helga Schölzel, Undine Fülling, Gabriele Bohn, Martin Bohn, Isabel Munoz-Herrmann und Klaus Schlickeiser (v. l.) Die Köpfe hinter dem Heft: Anton Kulmus, Carmen Schiermann, Helga Schölzel, Undine Fülling, Gabriele Bohn, Martin Bohn, Isabel Munoz-Herrmann und Klaus Schlickeiser (v. l.) Foto: mvo

Reinickendorf – 34 Seiten stark und damit mehr als nur eine Broschüre: Eine „Handreichung“ sei das, erklärt Dr. Hans-Jürgen Stork, der das Werk zusammen mit der NABU Projektgruppe Schäfersee in der Stadtbibliothek am Schäfersee präsentierte.

Die mit organisatorischer und finanzieller Unterstützung des Quartiersmanagements Letteplatz realisierte Broschüre sei ein „Beispiel gelungener Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und bürgerschaftlichen Engagements“. Vor vielen Gästen wie der Abgeordneten von Reinickendorf-Ost Bettina König wurde die bewegte Geschichte des fast kreisrunden, rund 4,7 Hektar großen Sees ausgebreitet. Klaus Schlickeiser hat dazu das Landesarchiv und das Heimatmuseum durchforstet.

Der rund sieben Meter tiefe See ist ein Relikt der Eiszeit und wurde von 1923 bis 1927 mit einer heute als Gartendenkmal und Grünanlage besonders geschützten Parklandschaft umgeben. Diese Landschaft zog viele Tiere an – Helga Schölzel erinnert sich an Hunderte von Erdkröten, die in den 1960er Jahren hier regelmäßig einwanderten, um zu laichen. Die 1935 geborene Reinickendorferin hat den allmählichen Verfall des Sees seit 1956 dokumentiert. Ihre Vogelbeobachtungen zeigen die schleichenden Veränderungen durch den Nutzungsdruck, aber auch durch die Umwandlung des Sees in einen „Vorfluter“ für die Straßenabwässer der Umgebung. Von rund 236 Hektar Fläche strömt jedes Jahr das Dreifache des Seevolumens in den See und lässt hochgiftige Sedimente zurück.

Anton Kulmus führt aus, dass pro Jahr rund 200 Tonnen Sedimente mit Schwermetallen aus dem Reifenabrieb und hochgiftigen Zigarettenstummeln aus dem Rinnstein in dem See landeten. Hinzu käme das oft unvernünftige Nutzungsverhalten der Parkbesucher. Der schon oft kritisierte Bootsverleih führe dazu, dass die Fluchtdistanz von zehn Metern oft unterschritten werde, was die brütenden Wasservögel schließlich zur Aufgabe der Nester veranlasse – Helga Schölzel fürchtet daher um die letzten beiden Brutpaare des Rothalstauchers.

Aktuell versucht die Gruppe, über einen Antrag in der Bezirksverordentenversammlung den Bezirk zur Beantragung einer Kläranlage beim Berliner Senat zu bewegen. Schließlich sei der für den See und seine Sauberkeit nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und dem Berliner Wasserhaushaltsgesetz verpflichtet. Doch für richtiges Verhalten müssen die Besucher schon selbst sorgen – in der Broschüre erfährt man warum und wie! Sie ist erhältlich beim Quartiersmanagement Letteplatz, Mickestraße 14. mvo

Letzte Änderung am Freitag, 26 Mai 2017 10:32

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