Blöken und Flugzeugturbinen

Ob dieser Vierbeiner eine Ausbildung zum Landschaftspfleger hat? Ob dieser Vierbeiner eine Ausbildung zum Landschaftspfleger hat? Foto: Ronald Kroth

Tegel – Die grasenden Wollknäule sind schon von weitem zu sehen. Und auch ihr Blöken hallt über den Flughafensee. „Sie sind zurück!“ freut sich die fünfjährige Melina, die mit ihrer Mutter am Ufer des Sees spazieren geht. Seit Anfang Mai ist fraßkräftige Unterstützung der „AG Flughafensee“ vom Naturschutzbund Berlin (NABU) wieder in Aktion und hilft bei der Pflege der wertvollen Naturflächen rund um das Gelände des Flughafensees Tegel. 46 Gotlandschafe und Heidschnucken sowie drei Thüringer Waldziegen verjüngen Heidepflanzen, halten Grasfluren offen und dämmen zu starkes Gehölzwachstum ein.

Das Vogelschutzreservat am Flughafensee steht wegen seiner außergewöhnlich hohen Artenvielfalt seit vielen Jahren auf der Senats-Liste zukünftiger Schutzgebiete. Er entstand durch den Abbau von Kies und Sand – rund zwei Millionen Tonnen wurden zwischen 1953 und 1978 von den „Märkischen Kies- und Sandwerken“ abgetragen. Die Grube dehnte sich in den mehr als zwei Jahrzehnten so immer weiter aus und füllte sich schnell mit Grundwasser.

1978 wurde der Abbau eingestellt, und 1983 übergab das Land Berlin den 33,7 Hektar großen See an das Bezirksamt Reinickendorf, das aufgrund einer Bürgerbeteiligung einen Teil der Nordseite durch Abflachung des Steilufers zur Badestelle herrichtete. Der südwestliche Bereich wurde als eingezäuntes Vogelschutzgebiet unter die Aufsicht des NABU gestellt. Mittlerweile hat sich das Gebiet zu einem grünen Paradies entwickelt. 194 Bienen- und Wespenarten, 110 Tagund Nachtfalter, 104 Spinnen- und 79 Laufkäferarten sowie 43 Libellenarten und 60 Brutvogelarten wurden in den Flächen nachgewiesen.

„Die Schafe und Ziegen leisten eine wichtige Ergänzung unserer Arbeit“ erklärt Frank Sieste, Leiter der AG Flughafensee und ergänzt: „Für bodenlebende Insekten und Spinnen ist die Offenhaltung der Grasfluren ein wesentlicher Standortfaktor“. Neben Vertretern der 104 Spinnen- und 79 Laufkäferarten sind auch einige der Bienen- und Wespenarten des Gebietes auf lichte Flächen angewiesen, in denen sie Zugang zum Boden haben, denn darin bauen sie ihre Brutröhren oder überwintern.

Mehr als 120 Pfähle haben die Naturschützer in den Boden geschlagen, um das Reservat als Weidefläche sicher einzuzäunen. „Es wäre großartig, wenn die Besucher am Flughafensee uns unterstützen und auf den Zustand des Zauns achten könnten“ sagt Sieste. Denn allzu oft unterwühlen Wildschweine den Zaun und machen ihn damit sowohl für Schafe, als auch für Hunde passierbar. Im letzten Jahr wurden drei Schafe von Hunden zu Tode gehetzt. Daher bittet der NABU darum, Hunde in der Nähe der Weidefläche anzuleinen. fle 

Letzte Änderung am Donnerstag, 08 Juni 2017 10:18

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Hermsdorf – Aufgrund der Starkregenereignisse im Juli kam es zu Unterspülungen der Fahrbahn in der Frohnauer Straße in Höhe der Straße Am Dominikusteich. Für die erforderlichen Instandsetzungsarbeiten musste die Frohnauer Straße zwischen Am Dominikusteich und dem Klosterheider Weg voll gesperrt werden. Die Umleitung für den Verkehr erfolgt nun über die Kneippstraße, die Kurhausstraße und den Falkentaler Steigt. Der komplette Abschluss der Instandsetzungsarbeiten und die Freigabe der Straße sind für den 11. August geplant.

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